Paul Tillich: Gott existiert nicht

Re: Paul Tillich: Gott existiert nicht

Beitragvon lorenz » Fr 19. Okt 2007, 14:26

Tillich s. auch hier:
http://www.dieckmannvonbuenau.de/tillich/#Sein-Selbst

Ich halte das für Gefasel. Das Sein ist das Sein, auch wenn man draus ein "Sein-Selbst" bastelt. Es gibt keinen guten Grund, das "Gott" zu nennen, außer den, die Leute in der üblichen theologischen Manier zu verwirren. Der Begriff ist schließlich bereits besetzt!
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Re: Paul Tillich: Gott existiert nicht

Beitragvon Tapuak » Fr 19. Okt 2007, 15:27

Myron hat geschrieben:Der Sinn des Tillich'schen Satzes existiert nicht. Er ist das Sein-Selbst jenseits von Essenz und Existenz. Deshalb: Verstehen wollen, was Tillich sagt, heißt—ihn leugnen ...

:up:
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Re: Paul Tillich: Gott existiert nicht

Beitragvon skeptic griggsy » Fr 23. Nov 2007, 10:43

Aber das zeigt nichth dass Gott Meinung hat! Es is nur Woerter.
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Re: Paul Tillich: Gott existiert nicht

Beitragvon JustFrank » Fr 23. Nov 2007, 12:54

Dieses dusslige Statement ist doch ein ganz billiger Versuch, jede Kritik an einem Gott zu unterbinden.

Sehen wir's doch, wie es ist: Gott existiert nicht - Punkt!
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Re: Paul Tillich: Gott existiert nicht

Beitragvon lorenz » Fr 23. Nov 2007, 18:01

Hier steht was über den "berühmten" Rahner- und Bonhoeffer-Satz "Einen Gott, den es gibt, gibt es nicht". ==> S. 114...
Vielleicht fängt einer etwas mit diesem Hinweis an. Ich kriege von dem Theologen-Gewäsch Kopfschmerzen.
Als Anleitung für kath. Religionslehrer ist der Text wenigstens halbwegs in Klartext gehalten.
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Re: Paul Tillich: Gott existiert nicht

Beitragvon emporda » Sa 24. Nov 2007, 05:46

Myron hat geschrieben:"Gott existiert nicht. Er ist das Sein-Selbst jenseits von Essenz und Existenz. Deshalb: Beweisen wollen, dass Gott existiert, heißt—ihn leugnen."("Systematische Theologie", Bd. 1 [1951], S. 239)


Ich sehe die Problematik von der Seite logischer Vernunft, in tranzendente Mystik kann man sich hineindenken was einem gerade in den Sinn kommt, ohne daß davon je ein Kind satt wird. Diese Phantasien sind so krank und absurd, wie die Menschen die sie betreiben. Der Bauer würde sagen: aus einem kranken Arsch kommt nie ein fröhlicher Furz!

Es hat ganz offensichtlich in Tausenden von Jahren noch nie eine Rückkopplung aus diesen Phantasien zur realen Welt gegeben, mithin ist es durch praktischen Beweis eine sinnlose Zeitvergeudung. Daher aus ethisch-vernünftiger Perspektive:

1) Wäre Gott allmächtig: Warum macht er dann solch einen unzulänglichen und destruktiven Menschen?

2) Wäre Gott gerecht: Warum gibt es dann so viel Unrecht und Grausamkeit auf der Welt, ganz besonders unter den Religionen?

3) Wäre Gott gütig: Warum treibt er dann ein solches Spiel mit der Welt und den Menschen: Warum können die einen Geschöpfe nur leben, wenn sie die anderen umbringen: Töten und morden als "schöpferisches Lebensprinzip"?

4) Wäre Gott verständnisvoll: Warum versteht ihn dann niemand?

5) Wäre Gott liebevoll: Warum sorgt er dann nicht für eine liebevolle Welt?

6) Wäre Gott existent: Warum zeigt er sich dann nicht?

7) Was folgte, wenn Gott tatsächlich den unzulänglichen und destruktiven Menschen nach seinem Ebenbilde geschaffen hätte - wäre Gott dann nicht selbst unzulänglich und destruktiv (Gott also sein erster Teufel)?

8) Wenn Gott die Liebe ist, warum sind dann so viele seiner DienerInnen in ihrem Liebesleben gestört und die Sexuallehren teilweise selbst der Psychopathologie entsprungen?

9) Wäre Gott stark, warum hilft er dann so vielen Schwachen, Unschuldigen und Wehrlosen nicht?

10) Wäre Gott gut, warum sind dann seine Propheten so grausam, sogar das gelobte Paradies verschmähen, sich an ihren wehrlosesten Schützlingen vergehen und dabei gegen sämtliche lauthals verkündeten Moralprinzipien verstoßen?
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Re: Paul Tillich: Gott existiert nicht

Beitragvon Jakob » So 25. Nov 2007, 19:26

:applaus: Gute Fragen!
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Re: Paul Tillich: Gott existiert nicht

Beitragvon skeptic griggsy » So 19. Okt 2008, 03:57

Mir nach der Grund des Daseins ist nur ein leeres Ding und zigt dennoch den Ignostiken- Ockham Foerderungen. Tillich sprict von das Nichts, was nichts ist. Das ist mir Wahnsinnig!

Von was ist Gott- ein Symbol -das Schoepferheit der Natur als einige Pantheisten halten? Wie differenziet sein Gott vom der Natur? Er sagt das wir Gott Benoetigen - das Argument vom Angst ; Augustin sagt das wir restlos sind wenn wir nicht beim Gott sind. Was meint der dabei? Es gibt keinen Beweis dafuer.
Was hat sein Gott denn anderswie mit uns zu tun? :blush2:
Die doppelte Depression ist zu deprimierend! Eur froehliche Neurotik.
Ich glueck wuensche alle!
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Re: Paul Tillich: Gott existiert nicht

Beitragvon BglBttr » Fr 14. Nov 2008, 20:42

Der Satz bedeutet nicht mehr, als das jemand glaubt, er könnte einen teuren Chronographen der Firma Sinn zu Frankfurt am Main, für dummes Geschwätz bekommen. Relativ symptomatisch für unsere Zeit, oder?
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