Propheten und Schizophrenie

Propheten und Schizophrenie

Beitragvon xander1 » Mo 27. Okt 2008, 04:34

Ich bin der festen Überzeugung, dass Jesus aus dem Christentum und L.Ron Hubbard von Scientology Schizophrenie hatten.

Bibel
Johannes 8 (LUT)
Der Streit um Jesu Ehre
48 Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht mit Recht, dass du ein Samariter bist und einen bösen Geist hast? 49 Jesus antwortete: Ich habe keinen bösen Geist, sondern ich ehre meinen Vater, aber ihr nehmt mir die Ehre.


Einen Geist in einem Menschen zu haben oder einen Dämon in einem Menschen zu haben und dessen Berichte dazu aus der Antike bis zum Mittelalter bis heute deutet oft auf das Krankheitsbild der Schizophrenie hinaus. Er beteuert in der Bibelstelle einfach nur die ganze Zeit, dass er Kontakt zur übersinnlichen Welt (Gott) habe.

Schizophrenie ( http://de.wikipedia.org/wiki/Schizophrenie ) bedeutet: Halluzinationen, Wahngedanken. Nur mit Schizophrenie ist man dazu in der Lage zu Glauben man sei Gott oder man wäre der Sohn Gottes. Allein das ist schon ein Hinweis darauf. Es gibt heute sogar garantiert hunderte Schizophrene, die einmal im Leben geglaubt haben sie wären Gott.

Ich habe einige Schizophrene kennen gelernt, die außerdem der Meinung waren, dass L.Ron Hubbard von Scientology Schizophrenie hatte, kann aber nicht mehr sagen, was sie dazu gebracht hat das zu denken.

Außerdem habe ich Aussagen gehört, dass Mohammed angeblich behauptet habe, dass er gleich mehrere Dämonen in sich gehabt habe.

Wenn aus der Bibel vorgelesen wird: "Wahrlich wahrlich ich sage euch" und dass in einem fein klingendem Deutsch, dann beteuert Jesus da einfach "Es ist wirklich so, es ist wirklich so," und er, Jesus erlebt es auch wirklich so, denn schließlich hat er Schizophrenie. Es ist kein Wunder warum ihm niemand glaubt und warum er ständig sagt er würde doch die Wahrheit sagen.
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Re: Propheten und Schizophrenie

Beitragvon Twilight » Mo 27. Okt 2008, 07:54

Interessanter Gedanke. Leider ist, da ein nicht biblischer Existenzbeweis für Jesus fehlt, dieser kaum mehr, als eine Romanfigur. Allerdings passt deine deine Beschreibung auf sämtliche anderen Religionsführer und Propheten, die tatsächlich glauben, was sie erzählen.
Bei Hubbart bin ich mir da aber nicht so sicher. Ich hab mal irgendwo gelesen, dass er mal etwas gesagt hätte in der Richtung von "Wenn du reich werden willst, schreibe einen guten Roman. Wenn du super reich werden willst, gründe eine Religion."
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Re: Propheten und Schizophrenie

Beitragvon stine » Mo 27. Okt 2008, 07:59

Wenn heute ein Journalist einen Artikel in der Zeitung verfasst, dann tut er das, indem er es in umganssprachlich übliche Worte verpackt. Ein Lehrer macht, um seinen Stoff rüberzubringen, Beispiele und Experimente (wenn er gut ist...).
Bei einem Kabarettisten ist das wieder anders. Wenn er etwas mitteilen möchte, dann tut er das, indem er es hoffnungslos überspitzt oder durch jedermann ersichtliche Untertreibung bis ins Lachhafte verpackt.

So kann man also davon ausgehen, dass die Evangeliumsschreiber damals den Wunsch hatten, ihre Erkenntnis auf alle Fälle dem Volk nahebringen zu wollen: "Wahrlich, wahrlich - ich sage euch!"
Wer konnte da noch weghören?
Und was wäre damals besser geeignet gewesen, als bildhafte Bispiele?

Wenn wir heute die Dinge von vor zig-tausend Jahren betrachten, dann können wir das sicher nicht mit unserer Sicht der Dinge tun. Wir müssen uns in die Zeit versetzen und das Umfeld betrachten.
Von Schizophrenie keine Spur, im Gegenteil, die Evangelisten hatten den vollen Durchblick.

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Re: Propheten und Schizophrenie

Beitragvon xander1 » Mo 27. Okt 2008, 18:53

Viele Schizophrene haben oft religiöse Erlebnisse. Einer hat mir mal erzählt, dass er gesehen haben soll, wie Engel die Erde erbaut haben. Die ganzen Engelserscheinungen in der Historie lassen sich durch Psychose-Erkrankungen erklären.

Die Schizophrenie geht oft einher mit einer spirituellen Reife, wie es die Erkrankten nennen. Es gibt einige Philosophen unter den Schizophrenen.

Sobald irgendein historischer schlauer Erzähler übersinnliches eingebunden hat in seine philosophische Lehre, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass er psychotisch war.
Es gibt sogar einen schizophrenen Nobelpreisträger.
Auch ist das Erleben eines Schizophrenen nicht selten wie ein Rausch durch eine Droge.

Viele Schizophrene denken heute sicher auch, dass geistige Religionsgründer oft eine Schizophrenie hatten.
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Re: Propheten und Schizophrenie

Beitragvon gerhard » Mo 27. Okt 2008, 21:57

Verantwortung für den Kurz-schluss der Kinder des Naturalismus

Wer nachweist, dass christlicher Gaube auf in griechischer Philosophie rational nachvollziebarer kreativer=schöpferischer Vernunft beruht, hinter dem biblischen und historischen Offenbarer mit Namen Jesus die natürlichen Prinzipien allen Werdens stehen

und weiter die Welt im Glauben an einen Gottmenschen als Heilsbringer lässt,

der darf sich nicht wundern,
wenn die Kinder des Naturalismus, die auf Grund des in aller Natur gesprochenen "Wortes=schöpferische Vernünftigkeit" glaubensaufklärende Anfangs-Monotheisten (Propheten)
und das in griechisch-philosophischer Aufklärung Jesus geannte, volksverständlich personifizierte ewige schöpferische "Wort"=kreative Vernünftigkeit selbst, als schizophrenen Prediger versteht.

Der ewige Prozess, den das Neue Testament beschreibt, bewahrheitet sich. Die in unversändlichen Dogmen verharrende schriftgelehrte Obrigkeit veranlasst das Volk nach Kreuzigung der "schöpferichen Vernunft" in menschlicher Person zu rufen.

Auch wenn längst bekannt ist, dass weder die Geschichtsgestalten Jesus noch Mohammed besondere Menschen waren, die vergöttert wurden, sondern kreative=schöpferische Wesenheiten bzw. wie Mohammed deren deren Sprachrohr verkörpern, läuft den Welt den Bildern nach, die von kirchlicher Obrigkeit verkündet werden. So wird aus einer naturwissenschaftlich erkannten Wahreit, die echt heilsbringend wäre, den mündigen Menschen in schöpferische Verant-wort-ung nehmen, zwischen den Weltbildern vereinen kann, ein Heilsbringer wie L.Ron Hubbard.
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Re: Propheten und Schizophrenie

Beitragvon ganimed » Mo 27. Okt 2008, 23:06

@gerhard: nichts für ungut, aber ich verstehe tatsächlich erschreckend wenig von dem was du schreibst. Ich habs nochmal überprüft, deinen letzten Beitrag ein zweites mal gelesen ... hmpf. Frustrierend für mich. Irgendwie benutzt du deutsch anders als ich. Wollte ich nur mal so anmerken.

@xander1: Jesus hat es, da sind wir beiden uns sicher einig, gar nicht gegeben. Willst du mit deiner Schizophrenitäts-Vermutung also darauf hinaus, dass die Evangelisten, also die Schreiber, schizophren waren?

Ich glaube ja, man braucht nur einen festen Glauben und etwas Phantasie, um ein paar urbane Legenden um eine fiktive Person zu ranken und daraus dann ein Evangelium zu schreiben. Na gut, schriftstellerisches Talent gehört sicher auch noch dazu. Aber krank sein muss man dazu wohl eher nicht. Eine von einem Schizophrenen geschriebene Geschichte wäre vermutlich viel zu verworren und kein Bestseller.
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Re: Propheten und Schizophrenie

Beitragvon gerhard » Di 28. Okt 2008, 06:28

Schizophren ist eine Lehre, die nachweist, dass die philosophisch erfasste "kreative Vernunft" allen natürlichen Werdens in gesprochen und gewirkt hat, in menschlicher Personifikation echt missianische Wirkung entfaltete und dann die Welt im schizophrenen Glauben an einen Gottmenschen lässt.

Schizophren waren die Verfasser des Neuen Testamentes nicht. Es war der einzige Weg, der damaligen Welt kultgerecht eine universale Vernunft beizubringen. Der Versuch griechischer Glaubensaufklärung, die im mathematischen Weltbau nachgewiesene Vernunft allen natürlichen Werdens zum Maß aller Dinge zu machen, hatte versagt. Auch die alten Propheten waren keineswegs Schizophrene. Wie ich auf der Homepage ausgewertet habe, verdanken wir bereits den Anfang des Monotheismus einer Glaubensaufklärungm die das in allem natürlichen Werden verständliche Wort, hebr. Vernunft, zum Thema machte.
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Re: Propheten und Schizophrenie

Beitragvon stine » Di 28. Okt 2008, 08:02

gerhard hat geschrieben:Schizophren waren die Verfasser des Neuen Testamentes nicht. Es war der einzige Weg, der damaligen Welt kultgerecht eine universale Vernunft beizubringen. Der Versuch griechischer Glaubensaufklärung, die im mathematischen Weltbau nachgewiesene Vernunft allen natürlichen Werdens zum Maß aller Dinge zu machen, hatte versagt. Auch die alten Propheten waren keineswegs Schizophrene. Wie ich auf der Homepage ausgewertet habe, verdanken wir bereits den Anfang des Monotheismus einer Glaubensaufklärungm die das in allem natürlichen Werden verständliche Wort, hebr. Vernunft, zum Thema machte.


Sag ich doch:
stine hat geschrieben:So kann man also davon ausgehen, dass die Evangeliumsschreiber damals den Wunsch hatten, ihre Erkenntnis auf alle Fälle dem Volk nahebringen zu wollen: "Wahrlich, wahrlich - ich sage euch!"
Wer konnte da noch weghören?
Und was wäre damals besser geeignet gewesen, als bildhafte Beispiele?

Wenn wir heute die Dinge von vor zig-tausend Jahren betrachten, dann können wir das sicher nicht mit unserer Sicht der Dinge tun. Wir müssen uns in die Zeit versetzen und das Umfeld betrachten.
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Re: Propheten und Schizophrenie

Beitragvon gerhard » Di 28. Okt 2008, 20:53

Stine entschuldige, wenn ich Dich nur bestätigt habe,

doch es scheint immer noch ein weiter Weg. Nicht allein die Glaubenstexte in allegorischer Weise auf das Leben und Wirken einer damals wahrgenommenen "schöpferischen Vernunft" zu beziehen, wozu letztlich die religionswissenschaftliche Auswertung des Papstes in logischer Konsequenz überführt werden könnte.

Was bringt dies aber, wenn die Naturalisten sich weigern, über eine kreative (somit schöpferischen) Vernünftigkeit in ihrer Welterklärung nachzudenken, diese volksverständlich zu machen. Dann bleibt der päpstliche Bezug auf eine schöpferische Vernunft reine Metaphysik, muss alle Welt glauben, es ginge doch um einen Glaubenstitel für einen wundersamen Gottmenschen: Statt eine natürliche Theologie/Schöpfungserklärung, die den aufgeklärten Menschen mündig z.B. in ökoloigsche Verant-wort-ung nimmt, aus Gen- Genesisismaximierer macht, bleibt ein Schizophrenes Glaubens- und Weltbild.

Warum im Wechselspiel von Zufall und Notwendigkeit kein Zielsetzer/Designer nachzuweisen ist, sondern allein aufgrund der kreativen Vernunft (der Papst spricht von Dominus Jesus) auf den Schöpfergott der Väter zu schließen ist, schließt sich aus, solange sich Naturalisten nur in alberner Form mit Glaubensfragen auseinandersetzen, Ergebnisse eines Götzendienstes anpranger, wie dies hier ständig geschieht. Wieso die Angepasstheit und kreative Veränderung entsprechend der insgesamt kreativ-evolutionären Weiterentwicklung kreativitätsgerecht ist, d.h. der Gerechtigkeit des Creators/Gottes entsprechen, ist in einem Paradigma, wo mystisch/dogmatischer/persönlicher Glaube und natürliches Wissen getrennt leben, nicht denkbar.

Die Schizophrenität kann erst aufgehoben werden, wenn der Naturalismus über mehr als eine sinnlose Natur nachdenkt, sondern eine natürlich-evolutionäre Sinnhaftigkeit/Vernuft zum Thema macht.
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Re: Propheten und Schizophrenie

Beitragvon ganimed » Di 28. Okt 2008, 21:17

@gerhard: Bei mir türmen sich wieder einmal die Verständnisfragen. Hier die wichtigsten:
gerhard hat geschrieben:Was bringt dies aber, wenn die Naturalisten sich weigern, über eine kreative (somit schöpferischen) Vernünftigkeit in ihrer Welterklärung nachzudenken

Verstehe ich das richtig? Du bezeichnest eine Welterklärung nur dann als vernünftig, wenn sie einen Schöpfer enthält? Die Vorstellung eines Kosmos, der von selbst entstand, würdest du also als unvernünftig ansehen?

Falls ja, wie erklärst du dir dann die Herkunft des Schöpfers? Wer erschuf ihn? Falls es darauf keine Antwort gibt, wieso wäre es vernünftig, diese Frage nicht beantworten zu können und zu wollen?

Vielen Dank für alle Antworten.
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Re: Propheten und Schizophrenie

Beitragvon gerhard » Mi 29. Okt 2008, 07:09

Ich stelle die Frage nach einem völlig dem Schöpfer (meist über-menschlicher Machart) nicht.

Mir wird - nicht zuletzt in den Diskussionen, die ich hier erlebe - immer mehr bewusst, wie vernünftig doch die alten Kultgesetze der Hebräer waren, die selbst den Namen eines Unsagbaren nicht aussprechen wollten, vor jeglicher Abbildung warnten... (u.A. damit daraus kein Selbstzweck wird, kein Missbrauch, wie dies heute mit dem völlig vermenschlichten Gottesbegriff geschieht.)

Der Glaube an diese unsagbare Macht gründete von Anfang an auf das schöpferische Wort, eine Vernünftigkeit, die im natürlichen Werden (den Kosmologiemodelle der antiken Hochkulturen) zum Ausdruck kam, als Weisheit mit königlicher Funktion (z.B. David) personifziert wurde, von den Griechen später im Rahmen ihrer rationalen monistischen Welterklärungsmodelle (Stoa) erneut thematisiert und in Glaubensaufklärung monotheistisch theologisiert wurde: Christentum als Brücke zwischen den Heiden und Juden, die verschiedenen Vorstellungen der damaligen Welt vereinend.

Mir will nicht in den Sinn, warum diese Vernünftigkeit des natürlichen Weltbaues (die wir allein mit Wissen um die Probleme, u.A. in gegenseitigen öklogischen Vorhaltungen nicht halten) nicht erneut auf eine unsagbare Schöpfungsmacht schließen, uns Sinn geben, in die Verant-wort-ung nehmen soll.

Nur weil wir inzwischen etwas mehr empirisches Wissen um die kreative=schöpferische Logik haben, in Evolutionsbilogie eine umfassende Erklärung über den Mechanismus die Beweggründe gegeben ist, will ich in Kulturtratradition auf den altbekannten Schöpfer schließen um verant-wort-lich, schöpfungsvernünftig zu leben.
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Re: Propheten und Schizophrenie

Beitragvon ganimed » Mi 29. Okt 2008, 20:14

Der Glaube an diese unsagbare Macht gründete von Anfang an auf das schöpferische Wort

Was ist hier mit "schöpferischem Wort" gemeint? Die Bibel?

Nur weil wir inzwischen etwas mehr empirisches Wissen um die kreative=schöpferische Logik haben, in Evolutionsbilogie eine umfassende Erklärung über den Mechanismus die Beweggründe gegeben ist, will ich in Kulturtratradition auf den altbekannten Schöpfer schließen um verant-wort-lich, schöpfungsvernünftig zu leben.

Verstehe ich das richtig: du möchtest an einen Schöpfer glauben, weil die Welt dann mehr Sinn ergibt? Und weil sich aus diesem Sinn für dich eine Verantwortlichkeit ergibt?
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Re: Propheten und Schizophrenie

Beitragvon pinkwoolf » Mi 29. Okt 2008, 21:18

stine hat geschrieben:Wenn wir heute die Dinge von vor zig-tausend Jahren betrachten, dann können wir das sicher nicht mit unserer Sicht der Dinge tun. Wir müssen uns in die Zeit versetzen und das Umfeld betrachten.
Von Schizophrenie keine Spur, im Gegenteil, die Evangelisten hatten den vollen Durchblick.

Zig-tausend Jahre ist zwar etwas übertrieben; aber ansonsten sehe ich die Sache genauso. Im Rahmen des Erkenntnisstandes der damaligen Zeit war Jesus gar nicht so schlecht davor. Und falls es Jesus nicht gegeben haben sollte: jener andere Mensch desselben Namens - Dialekte seien erlaubt - über den die Evangelisten berichtet haben.

Dass er sich für den Sohn Gottes hielt, dafür haben wir nur das Wort dieser Evangelisten, die Jahrzehnte später lebten. Mir wäre wohler, wenn sich dieser Persönlichkeitskult als das herausstellen würde, was er ist: eine Legende.

=)
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Re: Propheten und Schizophrenie

Beitragvon gerhard » Do 30. Okt 2008, 07:14

"Kreative Vernünftigkeit",

die im natürlichen Weltbild evolutionärer Erkärung deutlich wird,
halte ich (aufgrund dessen, was wir inzwischen vom Anfang des Monotheismus und seiner griechisch-philosophischen Reform der Zeitenwende wissen, was letztlich selbst der Papst als Geschichts- und Glaubenswissenschaftler in seinen Büchern belegt) für das lebendige

"Wort Gottes".

Diese in den Naturprinzipien/-konstanten deutlich werdende Vernunft, die m.E. nicht ein geheimnisvoller Gott, moderner Pan oder sinnloses Prinzip ist, sondern sich in den ganzheitlichen kosmologischen, biologischen... Beschreibungen als kreativ (vernünftig hervorbringend) nachlesen lässt, wegen deren Annahme Bruno verbrannt wurde, von der nicht nur Einstein ausging, sondern selbst Dawkins, ist genau das, was vor 2000 Jahren in griechisch-jüdischer Bildung Alexandriens erkannt wurde als ewiges Wort und irdischer Offenbarer, Vermittler:

"Gottessohn"

Aufgrund dieses Wissens - u.A. dass es bei Jesus nicht um einen Gut-/Gottmensch... ging - meine Vision:

Der moderne Mensch von Morgen wird nicht glauben weil der dann Sinn erfährt (schon gleich gar nicht an Vor-geseztes).Er wird sich für eine natürliche Vernünftigkeit/Sinnhaftigkeit begeistern, aufgrund der aus Sternenstaub nicht nur Affen, Steinzeitmenschen und mittelalterliche Not wurden, sondern freie Wesen, die heute Wissen besitzen um die gesamte Welt weiterzubringen. Und die scheinbar die einzigen Kreaturen sind, die dieses Wissen um ihre Sinnhaftigkeit auch bewusst und kultgerecht umsetzen müssen, damit sie nicht nur zu kurz-sichtigen Genmaximieren werden (wie wir sie im Zusammenbruch des Kommunismus sahen und jetzt des Kapitalismus erleben oder bei der ökoloigschen Zukunftsvernichtung) sondern zu Genesismaximierern.

Über die Kultgerechtigkeit, was echt kreativ, vernünftig wäre für die kollektive Weiterentwicklung:
-warum die Kirche nicht abgrissen, sondern im evolutionären Weiter kreativ weitergebaut werden muss,
-die Wahrnehmung eines "lebendigen Wortes" nur im aufgeklärten Bewusstsein biblischer Geschischtswahrheiten möglich ist,
-diese Schöpfungsmacht weiterhin nicht abstrakt bleiben kann, sondern personal angesprochen wird, wir selbst bei der evolutionären Vernünftigkeit/Sinnhaftigkeit weiterhin in bekannter vorstellbarer Begrifflichkeit von "Jesus" reden oder singend für diese Vernunft begeistern sollten,
kann erst dann nachgedacht werden,
-wenn wir die Natur in neuer Weise als kreativ=schöpferisch betrachten
-und die Glaubenstradition nicht so banal abtun, wie dies leider hier geschieht, wo nur Aber-glaube trotzdem an persönliche, vorgesetze Götzenbilder angeprangert wird.
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Re: Propheten und Schizophrenie

Beitragvon ganimed » Do 30. Okt 2008, 23:30

@gerhard: also ich verstehe das jetzt so, dass das "vernünftige Wort" die Natur selber und seine Prinzipien sind. Was mich ein wenig an die Idee vom Pantheismus erinnert, also Gott und göttliches in der Natur sehen. Trotzdem setzt du aber weiter auf das traditionelle Bild des Schöpfers. Baust sogar Jesus wieder in die Gleichung ein. Im Grunde also, so klingt es jedenfalls für mich, ein Theismus, der für einen kleinen Schlenker in Richtung Pantheismus plädiert, um die heutigen wissenschaftlichen Erkenntnisse besser mit ins Boot nehmen zu können.

Das ist mir persönlich schon mal deutlich sympatischer als wörtlicher Bibelglaube, Kreationimus und die Geschichte von einer nur 6000 Jahre alten Welt. Insofern kaufe ich sogar das Wort "vernünftig", weil mir deine Sichtweise relativ vernünftiger vorkommt als die eines vernagelten Bibelverfechters. Noch viel vernünftiger käme es mir allerdings vor, wenn du jetzt noch das Dogma mit dem Schöpfer aufgeben würdest. Ein Dogma ist ja irgendwie doch eher das Gegenteil von Vernunft. Also einen Schöpfer nicht als Ausgangspunkt nehmen sondern von wissenschaftlichen Erkenntnissen ausgehend schauen, ob es einen gibt. Aber was soll ich als Naturalist auch anders sagen. War ja klar.

Vielen Dank jedenfalls für die Erläuterungen.
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Re: Propheten und Schizophrenie

Beitragvon gerhard » Fr 31. Okt 2008, 06:31

Im Grunde hast Du mich verstanden.

Nur baue ich nicht "Jesus" in eine persönliche Ansicht der natürlichen Prinzipien/Logik ein, sondern bin gewiss, dass ich mit meinem Bezug auf eine "kreative Vernunft" auf genau den baue, der vor 2000 Jahren gesehen wurde, von dessen, Wirkungs-bzw. Leidensgeschichte biblisch berichtet wird.

Darum geht es mir auch nicht um eine Naturvergottung, modernen Pantheismus oder Deismus, sondern "Christus": ein Wort das nicht Gott/der Sprecher selbst ist, sondern diesen nur vergegenwärtigt, die Menschen befähigt, nach kreativer=schöpfericher Vernunft in Gemeinschaft zu leben, sich nicht als naturalistische Genmaximierer zu verhalten (wie wir es derzeit bejammern) sondern als Genesismaximierer. Doch dazu muss ich von einer "Genesis=Schöpfung" ausgehen, die kein Dogma ist das nachgeplappert wird, sondern natürlich, mündig verstanden.
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Re: Propheten und Schizophrenie

Beitragvon stine » Fr 31. Okt 2008, 08:00

Der Mensch ist das einzige Lebewesen auf dieser Erde, der die Welt "bewußt" verändern kann.
Diese Verantwortung muß klar zum Ausdruck kommen!

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Re: Propheten und Schizophrenie

Beitragvon ganimed » Fr 31. Okt 2008, 19:08

[quote="gerhard"]die Menschen befähigt ... sich nicht als naturalistische Genmaximierer zu verhalten (wie wir es derzeit bejammern) sondern als Genesismaximierer. Doch dazu muss ich von einer "Genesis=Schöpfung" ausgehen, die kein Dogma ist das nachgeplappert wird[quote]
Du möchtest ein bestimmtes Bild von den Menschen haben, sie sollen Genesismaximierer sein. Das scheint dir nunmal einfach besser zu gefallen als Genmaximierer. Es geht dir also, so scheint es mir, nicht darum, was der Mensch denn nun wirklich ist, sondern darum, was er deiner Meinung nach sein sollte.

Und damit du dich als Mensch so sehen kannst, musst du von "Genesis=Schöpfung" als Dogma ausgehen. Ein Dogma, dass zwar vielleicht nicht nachgeplappert wird, ein Dogma, dass du sogar "vernünftig" nennst, aber eben doch ein Dogma. Eine unverrückbare Voraussetzung, egal ob sie wahr ist oder nicht, sich jeder Überprüfbarkeit entziehend.

Du glaubst also offenbar nicht das, was wahrscheinlich ist, sondern lieber das, was angenehm ist. Kann man machen. Mich stört da wohl nur etwas der Begriff "Vernunft". Den verbinde ich eben eher mit Überprüfbarkeit, Wahrheitssuche und Unvoreingenommenheit.
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Re: Propheten und Schizophrenie

Beitragvon ganimed » Fr 31. Okt 2008, 19:20

Der Mensch ist das einzige Lebewesen auf dieser Erde, der die Welt "bewußt" verändern kann.
Diese Verantwortung muß klar zum Ausdruck kommen!

Das klingt wie von einem Bankmanager gesagt. Heee, seht her, ich bin bereit die Verantwortung zu übernehmen. Wirklich? Bezahlt ihr jetzt die verbrannten Milliardenbeträge aus eigener Tasche zurück?
Wenn die Menschen für alle katastophalen Folgen ihrer Existenz, dem Artensterben, all den begangenen Tierquälereien und Umweltzerstörungen wirklich die Verantwortung übernehmen wollten, hm, dann würde ich sagen, richten wir erst einmal die Hälfte hin. Oder was für eine Strafe würde gerecht sein? Sind wir Menschen uns dessen wirklich bewusst?
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Re: Propheten und Schizophrenie

Beitragvon gerhard » Fr 31. Okt 2008, 21:23

Nochmals: Es geht in meinem - und wie ich denke urmonotheisten, urchristlichen - Verständnis nicht um die blinden, dogmatischen Glaube an einen Schöpfer menschlicher Machart, der wie ein großer Puppenspieler, Zauberer...
(Genau dies "Glaubensvorstellung", von der sich scheinbar auch Atheisten nicht trennen können, wird hier ständig bekämpft.)

Die Begeisterung für das natürliche Wachsen, die kreative Vernünftigkeit des kosmischen Geschehens, wie sie mir u. A. Evolutuionsbiologen, Kosmologen auf der Suche nach universalen Erklärungen oder Ökologien beibringen, lässt mich im neuen Bewusstsein unserer Glaubenstradition (dem Wissen, dass es damals um die als Sohn/schöpferisches Wort verstandenen Prinzipien des rationalen Welbaues ging, auf dessen Personifikation der Glaube des Westens im Grunde baut) auf den altbekannten Schöpfergott schließen. Warum soll es nicht vernünftig sein, von einer kreativen Vernünftigkeit/einem Wort auf einen Sprecher/Schöpfer zu schließen, den alten Kult kreativ weiterzudenken, dadurch auch den hier ständig thematisierten Probleme eines überkommenen Aber-glaube-trotzdem zu begegnen?

Und gerade die banale Schelte gegen die Bankmanger, die damit nur an der Oberfläche kratzt, gleichwohl lautstark nach einer notwendigen Abkehr von rein egoistischen Verhaltensweisen kurzsichtiger Gier gerufen wird, was leider kaum mehr bewirkt als Worte in den Wind, zeigt mir wie vernünftig es wäre, auf mündige Weise eine universale, gemeinsame schöpferische Sinngebung und somit Verant-wort-ung wahrzunehmen, in einem aufgeklärten Bewusstsein freier mündiger Menschen aus Gen- (nachhaltig agierende, global denkende, gesamtheitlich und ökologisch handelnde...)Genesismaximierer zu machen. Mit dem, was mir gefällt, hat das nichts zu tun, sondern mit dem, was vernünftig wäre.
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