Luther, ein antisemitischer Psychophat

Re: Luther, ein antisemitischer Psychophat

Beitragvon Nanna » Di 2. Okt 2012, 11:08

webe hat geschrieben:hässliche Kreaturen, die sie in Wirklichkeit waren

Mit Schaum vor'm Mund lässt sich die Wirklichkeit schlecht erkennen, webe. Wut verzerrt das Bild, das man sich von Anderen macht, selbst wenn sie schon 500 Jahre tot sind. UndnatürlichsolldasjetztnichtheißendassdieAutobahnentollwarenmannmannmann...
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Re: Luther, ein antisemitischer Psychophat

Beitragvon emporda » Mi 3. Okt 2012, 00:56

Darth Nefarius hat geschrieben: Ein Großteil der Deutschen ist protestantisch, da wird das niemand erlauben oder hinnehmen, selbst wenn es wahr ist.
Das stimmt nicht ganz
In der BRD sind 38% der Menschen konfessionslos, 27% Evangelen, 28% Katholen Von den Christen der Kinderficker Sekte glauben 9% das Bekenntnis ihrer Religion, 6% evangelische Christen sind gleichfalls kritisch gläubig. Nur 3% der Bevölkerung geht noch in die Kirche. Nach den Kriterien der Amtskirchen sind diese Gläubigen Heiden, zur finanziellen Ausbeutung aber gerne geduldet.


Das was "laie" sagt klingt schön, stimmt aber ganz und garnicht
laie hat geschrieben:Es hängt nicht von Sakramenten und nicht von Priestern, Ablassbriefen usw. ab, ob Gott bedingungslos dem Menschen Gnade gewährt. Sondern einzig von dem persönlichen Glauben ("sola fide") des einzelnen, der auf der Schrift ("sola scriptura") fusst.

Aus welcher Schrift bitte? In der Vulgata mit den Mittelhebräischen und Altgriechischen Vorlagen heißt es: „Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens“ Gott schenkt also Frieden nur den Menschen, die durch Einhaltung seiner Regeln (Riten des Judentums aus dem AT) sein Wohlgefallen finden
Martin Luther übersetzt (Lk 2,14): „Ehre sey Gott in der Höhe, und Friede auff Erden, und den Menschen ein wolgefallen“
Plötzlich finden alle Menschen Gottes Wohlgefallen, nicht nur Christen sondern auch Heiden, Naturgläubige usw.

Wir sind hier auf dem schlüpfrigen Eis, was ist das sogenannte Wort Gottes oder in Realität der religiöse Wahn eines Schreiberlings. Es gibt weit über 100 verschiedene Versionen der Bibel, die bis zu 35% des Textes unterschiedliche Inhalte haben bzw. sich sogar total widersprechen.
Papst Innozenz verbietet 1199 n.C Bibellektüre in Zusammenkünften, der Besitz einer Bibel wird auf der Synode von Tarragona 1234 n.C etwa 300 Jahre lang mit dem Tod bestraft. Mit dem Edikt De-editione-et-usu-librorum-sacrorum wird 1546 n.C. die Vulgata die nicht herätische Heilige Schrift. Sie wird 1590 n.C. von Papst Sixtus V als Editio-Sixtina revidiert und für fehlerlos erklärt. Wegen vieler Fehler wird sie 1592 n.C. durch die absolut fehlerlose Editio-Clementina ersetzt, die wegen vieler Fehler 1598 n.C. erneut ersetzt wird. Dazu kommen weitere fehlerhafte Bibeln wie “Bug Bible 1535”, “Treacle Bible 1549”, "Breeches Bible 1576", „Wicked-Bible 1631“, "Unrighteous Bible 1653", "Sin On Bible 1716”, "Vinegar Bible 1717”, "The Fools Bible 1763”, "To remain Bible 1805” usw. Papst Pius IX (Giovanni Maria Mastai Ferretti) erklärt im 4.ten Kanon des Konzils die Bibel ist ohne jeden Irrtum, der Heilige Geist hat sie den Schreibern in die Feder diktiert. Die ewig wahre Vulgata wird 1979 durch die absolut fehlerfreie Nuovo-Vulgata ersetzt, die 2001 schon wieder ersetzt wird. Der all-wissende Papst Johannes Paul II. legt in der 5.ten Instruktion fest: "Wenn eine schon erstellte Übersetzung eine der Nuova Vulgata entgegen gesetzte Option enthält, was die zugrunde liegende Textüberlieferung, die Versfolge und ähnliches betrifft, muss dies korrigiert werden."

Neben 39 Evangelien des AT existierten weitere wie Baruch, Tobias, Weisheit, Judith, 1.u.2. Makkabäer, Jesus, Siracht, Philipp, Hermes, Judas, Petrus, Thomas obwohl der Kanon des AT fertig ist. Hieronymus nennt sie Apokryphen, sie kommen in mittelhebräischen Texten nicht vor, sind in Altgriechisch verfasst und unterscheiden sich stark in Lehre und Inhalt. Augustin ordnet sie dem AT zu ohne sie zu werten, die Kirchenväter verwerfen sie. Bis 1600 n.C. kennt man nur den Codex Bezae von etwa 500 n.C. der auf 406 Seiten 4 Evangelien enthält und in der Universität Cambridge aufliegt. Derzeit sind über 6.000 Texte bekannt. Martin Luther übersetzt keine hebräischen Texte, sondern den absolut wahren lateinischen Kanon plus Apokryphen. Das Konzil zu Trient (1546 n.C.) erklärt die Apokryphen nachträglich als kanonisch.

Die Evangelische Kirche revidiert in 100 Jahren die Lutherbibel 3 Mal und ändert 35% der etwa 181.000 Worte. Dazu Ausgaben wie die John-Wyclif-Bibel von 1382 n.C., die William-Tyndal-Bibel von 1522 nach dem masoretischen Text und dem Text-Receptus, die Coversdale Bibel, die Matthew Bibel, die Taverner Bibel, die Große Bibel, die Geneva Bibel, die Bishop Bibel, die Douay-Rheims Bibel, die King-James-Bible von 1611 n.C und 1769 n.C, die New-American-Standard-Bible, die English-Standard-Bible usw. Im Internet stehen über 108 absolut wahre Versionen sehr widerspüchlicher Bibeln. Mit der dürftigen Ausrede die Bibel enthalte nur mythisch zu deutende Bilder lässt sich faktisch jeder Unsinn als Geisterspuk rechtfertigen.

Ein Argument zu begründen mit "in der Bibel steht geschrieben" ist krasse Dummheit, wenn derjenige nicht sagt in welcher der über 100 Versionen der Bibel und warum gerade in dieser und nicht in einer anderen, die genau das Gegenteil aussagt
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Re: Luther, ein antisemitischer Psychophat

Beitragvon stine » Mi 3. Okt 2012, 08:55

emporda hat geschrieben:Gott schenkt also Frieden nur den Menschen, die durch Einhaltung seiner Regeln sein Wohlgefallen finden.

Siehe auch: "Ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen!"

:wink: stine
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Re: Luther, ein antisemitischer Psychophat

Beitragvon emporda » Mi 3. Okt 2012, 09:15

stine hat geschrieben:Siehe auch: "Ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen!" :wink: stine

Ich brauche kein "sanftes Gewissen" als psychische Krücke, mein Selbstbewußtsein ist gut entwickelt und ausgewogen. :2thumbs:

Die Doktrin der Kirchen und Vorgaben der Dunpfbacke Meisner aus Köln, das einzig der Kriegsdienst, Fasten, Almosen an die göttliche Kirche gläubigen Christen ewigen göttlichen Lohn beschert - die geht mir schlicht am Allerwertesten vorbei. Auch eigne ich mich nicht zum Anstifter und Massenmörder an 800.000 Menschen, damit ich dann als Lohn vom Papst selig gesprochen werde (wie von Johannes Paul II 1998)
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Re: Luther, ein antisemitischer Psychophat

Beitragvon Nanna » Mi 3. Okt 2012, 10:15

emporda hat geschrieben:Die Doktrin der Kirchen und Vorgaben der Dunpfbacke Meisner aus Köln, das einzig der Kriegsdienst, Fasten, Almosen an die göttliche Kirche gläubigen Christen ewigen göttlichen Lohn beschert - die geht mir schlicht am Allerwertesten vorbei.

Warum verbringst du dann deinen halben Tag damit, dich drüber aufzuregen? ;-)
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Re: Luther, ein antisemitischer Psychophat

Beitragvon Lumen » Mi 3. Okt 2012, 21:43

Es ist ja bekannt, dass bei vielen auch hier das Unrechts- und Ungerechtigkeit-Empfinden kaum ausgeprägt ist. Natürlich gab es durch die Geschichte hindurch viele Täter und geistige Brandstifter, warum sollten wir uns also über Martin Luther oder Kirchen aufregen? Giordano Bruno sei auch antisemitisch gewesen und sei deshalb ein "würdiger" Namensgeber für die nach ihm benannte Stiftung, heißt es in diesem Artikel, der gestern bei der TAZ erschien.

Mit schöner Regelmäßigkeit versuchen religiöse Apologeten den Atheismus in schummrigen Ecken zu stellen, was in aller Regel durch krumme Vergleiche oder Unterstellungen (siehe oben) passiert. In diesem Fall wird auf inhaltliche Themen fast kein Bezug genommen. Der Autor behandelt Giordano Bruno selbst, stellt durch Einleitung und Schlussteil einen Bezug zur Stiftung her und hofft damit auf durchsichtige Weise dass möglichst viel Dreck haften bleibt. Die Stiftung, die auf den Artikel selbst verlinkte, kommentiert, dass auch ein nicht unter Antisemitismusverdacht stehender Albert Einstein neben anderen Juden sich auf Bruno beriefen.

Und daher schlägt das Unrechts- und Ungerechtigkeit-Empfinden regelmäßig an. Atheismus ist in der schummrigen Ecke, während jede Anstrengen von Christen gegen Regime immer besonders hervorgehoben wird (autoritär-totalitären Religion zum Trotz, nicht wegen irgendwelcher Werte). Nebenbei bemerkt, der Verursacher des Hetzerischen YouTube Videos von neulich ist ein fundamentalistischer koptischer Christ gewesen. Auch so eine Information, die dann natürlich unterschlagen wird. Zusammenfassend sind Religionen und Information in etwa vergleichbar mit dem "Dritten Reich" und ihre Wochenschau, es wird krass das Bild verzerrt, gelogen und manipuliert. Aber Brüder im Geiste...

Und deshalb ist der Antisemitismus des Martin Luther, vor allem seine Zitate im Detail auch kein Thema für die breite Öffentlichkeit. Die soll weiterhin an die christliche Nächstenliebe glauben (dass "Liebe", nach Luther auch Würgen und Verbrennen bedeutet, und nach Auffassung der Christen im Übergang von Mittelalter zur Moderne auch Foltern, wird auch gerne unterschlagen. Dabei bekommt der Claim vom lieben Gott gleich eine ganz andere Bedeutung). Apropos christliche Nächstenliebe.
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Re: Luther, ein antisemitischer Psychophat

Beitragvon Nanna » Mi 3. Okt 2012, 22:25

Lumen hat geschrieben:Der Autor behandelt Giordano Bruno selbst, stellt durch Einleitung und Schlussteil einen Bezug zur Stiftung her und hofft damit auf durchsichtige Weise dass möglichst viel Dreck haften bleibt.

Wer macht das denn hier noch, mit dem Hoffen auf den Dreck, der hängenbleiben soll, hm?

Lumen hat geschrieben:Und deshalb ist der Antisemitismus des Martin Luther, vor allem seine Zitate im Detail auch kein Thema für die breite Öffentlichkeit.

Wer hat denn etwas anderes gesagt? Niemand hat das Ob in Frage gestellt, nur das Wie.
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Re: Luther, ein antisemitischer Psychophat

Beitragvon Lumen » Mi 3. Okt 2012, 23:04

Es gibt schon einen geringfügigen Unterschied, ob der Stifter einer Religion zu der sich Menschen freiwillig bekennen, ein ausgemachter Antisemit war, und seine Religion eine lange Geschichte des Antisemitismus hat, oder ob beliebige Leute, die sich zu etwas nicht bekennen, in einen Topf mit schlimmen Diktaturen geworfen werden, weil diese die Eigenschaft auch nicht haben. Wie gesagt, ich habe so meine Zweifel ob mein Gegenüber überhaupt erfasst, wie der Sachverhalt ist: Wo ist der Unterschied: "Ein Kreis und Strahlen als Zeichen, wie es Nanna als Avatar benutzt war nur in Rot auch ein Zeichen Japans und seiner Kamikaze-Bomber... " gegenüber "Martin Luther, war ein Antisemit und in seiner Religion war Antisemitismus verbreitet".
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Re: Luther, ein antisemitischer Psychophat

Beitragvon Nanna » Mi 3. Okt 2012, 23:55

Sind denn in der heutigen evangelischen Kirche antisemitische Einstellungen überdurchschnittlich stark verbreitet? Leugnen evangelische Repräsentanten konkret Luthers Antisemitismus? Gibt es einen aktuellen Anlass, durch den du dich provoziert fühlst?
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Re: Luther, ein antisemitischer Psychophat

Beitragvon Lumen » Do 4. Okt 2012, 01:01

Nach meiner Wahrnehmung leben wir angeblich nach christlichen Werten, und wenig bis garnichts bringt Fürsprecher aus dem Konzept. Kaum habe ich da ein "aber" oder den leisesten Zweifel gehört. Wenn jemand dieser Version wiedersprach, dann immer aus angeblich niederen Motiven, denn niemand kann angeblich Zweifel an der Herrlichkeit der religiösen Darstellung haben (was für mache offenbar unverständlich aber nur konsequent ist, wenn wir bedenken, dass hier der Schöpfer des Universums höchstselbst involviert ist). Die Kirchen sind natürlich über jeden Zweifel erhaben, bei den Protestanten ist doch der lutherische Theologe Boehoeffer der Held, der sich gegen das "atheistische Regime" Hitlers stellte. Zuletzt argumentierte so Gesine Schwan, immerhin fast Bundespräsidentin, ganz genau so (siehe Thread zu Islam und westlichen Werten). Ansonsten ist das ein Thread hier, nichts weiter.
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Re: Luther, ein antisemitischer Psychophat

Beitragvon emporda » Do 4. Okt 2012, 04:23

Nanna hat geschrieben:Sind denn in der heutigen evangelischen Kirche antisemitische Einstellungen überdurchschnittlich stark verbreitet? Leugnen evangelische Repräsentanten konkret Luthers Antisemitismus? Gibt es einen aktuellen Anlass, durch den du dich provoziert fühlst?
Schaue Dir die Programmen, Verlautbarungen und dergleichen der EKD im Internet erreichbar an, die negative und peinliche Seite eines Martin Luther als Religionsgründer und die daraus resultierenden Folgen für die evangelische Kirche wird tot geschwiegen. Gelegentlich gibt es ein unbedachte Entgleisung eines hohen Funktionärs und gestattet einen Blick hinter die widerliche Kulisse des schönen Scheins.

Dazu 2 Beispiele ohne auf das positive Getrommel des edlen und guten Glaubens der Christenmenschen einzugehen
Die evangelischen Landeskirchen gründen 1939 auf der Wartburg ein 200 Mann starkes Institut zur Entjudung des Christentums. Das Christentum sei rassistisch auf die Verhältnisse in Palästina zu untersuchen, jüdischen Elemente sind aus dem kirchlichen und theologischen Leben zu entfernen.

Der Rat der EKD setzt sich noch 1960 bei der Regierung für den von Israel entführten Holocaust-Organisator ein. Der Superintendent und NSDAP-Kriegspfarrer Mensing-Braun bescheinigt Adolf Eichmann 1960 eine "grundanständige Gesinnung, ein gütiges Herz, große Hilfsbereitschaft, er wäre für ihn nicht vorstellbar, dass Eichmann je zu Grausamkeit oder verbrecherischen Handlungen fähig gewesen wäre".


Zwar waren mit 8 Millionen nur 10 % der Deutschen aktive NSDAP Parteigenossen, dagegen waren es bei den Priestern und Pfarrern 50 %. Die etwa 95% Christen der 80 Millionen im Dritten Reich sind wie blindes Stimmvieh ihren Einpeitschern im wöchentlichen Gottesdienst gefolgt. Eine weitere Euterbeule war der Adel. Kaiser Wilhelm hat im Exil in Dorn dem Weltjudentum die alleinige Schuld an seiner Abdankung gegeben und in übelster Weise gegen die Juden geschimpft, die aus dem deutschen Volkskörper auszurotten wären.

Es ist das klassische Verhalten, Schuld sind immer nur die "Anderen". Religionen und Diktaturen als paranoide Zwangssysteme überleben nur, wenn sie Kritik und abweichendes Handeln brutal unterdrücken oder per Genozid ausrotten. Gläubige sind in geistiger Einfalt obrigkeitshörig, ihr Denken ist zu inflexibel abweichende Positionen zu analysieren und Kritik zu verstehen.

Glaube ist somit die logische Ursache fehlender Kritikfähigkeit und nicht etwa dessen Folge. Kritik ist religiös nicht diskutierbar, als Blasphemie wird sie gewaltsam bis hin zum Mord unterdrückt. Es hat die gleichen psychopathologischen Ursachen wenn sich muslimische Fundis in die Luft sprengen um Andersgläubige zu töten oder eifernde Evangelikale die Ärzte und Schwestern von Abtreibungskliniken bedrohen und sogar ermorden.
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Re: Luther, ein antisemitischer Psychophat

Beitragvon stine » Do 4. Okt 2012, 07:36

Ich denke, das ist sehr einseitig betrachtet. Es gab selbstverständlich genausoviele christliche Gegner des Regimes und genauso viele atheistische Anhänger. Das genau zu recherchieren kostet viel Zeit und deinen Vorlauf über Jahrzehnte kann niemand toppen, @emporda.
Ich vermute zudem, dass die aktive Zeit der NSDAP viele Mitläufer und Kollaborateure hervorbrachte, die nichts weiter im Sinn hatten, als ihre Leben zu retten oder die Gunst der Stunde zu nutzen, um noch gute Geschäfte zu machen.
Einseitige Anklage ist zwar wie immer sehr Aufsehen erregend, bleibt aber doch unterm Strich einseitig. Menschliches Versagen kann leider überall stattfinden.

Luther war für viele Gläubige auch eine Erlösung, da er den Glauben menschlicher machte.
Ich verstehe nicht, warum man dem Staat als solches eine Entwicklungsgeschichte zugesteht, der Religion aber nicht. Kann mir das mal einer erklären?

LG stine
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Re: Luther, ein antisemitischer Psychophat

Beitragvon Nanna » Do 4. Okt 2012, 11:17

Du hast keine einzige meiner Fragen beantwortet, Lumen.
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Re: Luther, ein antisemitischer Psychophat

Beitragvon Zappa » Do 4. Okt 2012, 18:09

emporda hat geschrieben:Zwar waren mit 8 Millionen nur 10 % der Deutschen aktive NSDAP Parteigenossen, dagegen waren es bei den Priestern und Pfarrern 50 %. Die etwa 95% Christen der 80 Millionen im Dritten Reich sind wie blindes Stimmvieh ihren Einpeitschern im wöchentlichen Gottesdienst gefolgt.


Wenn ich in Geschichte gut aufgepasst habe und alles noch sauber memoriere, gab es aber aus der katholischen Zentrumspartei die vergleichsweise geringste Wählerverschiebung in Richtung NSDAP. Das wäre ein Argument in die entgegengesetzte Richtung.
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Re: Luther, ein antisemitischer Psychophat

Beitragvon Darth Nefarius » Fr 5. Okt 2012, 15:00

Und soweit ich das richtig memoriere, war es nicht die Zentrumspartei, die noch als eine der wenigen renitenten Parteien mit Sitzen im Reichstag klar ihren Widerstand und Unwillen aussprach (damit meine ich die SPD, 23. März, 1933)). kurz darauf wurde sie verboten (22. Juni, selbes Jahr).
Zu emporda:
Ich sprach von einem Großteil, nicht von der Mehrheit. Wie dir vielleicht bekannt ist, sind die Muslime momentan in der Minderheit, aber trotzdem reicht diese Minderheit, um einige Proteste gegen unsinnige Videos zu organisieren (wenigstens friedlich).
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Re: Luther, ein antisemitischer Psychophat

Beitragvon Darth Nefarius » Sa 6. Okt 2012, 14:45

sildemower hat geschrieben:er deckte die ganze verlogenheit der Papstkirche auf -bezeichnete den papst als antichristen- durch biblische beweise-
er lehrte damals......der papst schon immer war und ist,der antichrist...wenn es eine hölle gibt, dann ist rom darauf erbaut...

Rom hat dagegen Luther zum Antichristen erklärt. Man kann nicht "beweisen", dass jemand eine imaginäre Figur wie der Antichrist ist. Es gibt und gab menschlichen Abschaum, dazu konnten sich der damalige Papst und mindestens der alte Luther dazuzählen. Abgesehen davon ist "Antichrist" vielleicht sogar ein unverdientes Lob, wenn man sich einer so unmenschlichen Religion widersetzt, die Schaden moralisiert und durch Sünden erklärt?
Abgesehen davon halte ich es nicht für wahrscheinlich, dass er irgendwann später diese unangenehmen Charaktereigenschaften aufwies. Man ändert sich nicht grundlegend, wovon du berichtest und die meisten Protestanten nur hören wollen, hat mit bereits vorhandenem Antisemitismus, Sadismus und Frauenhass nichts zu tun, schließt diesen aber auch nicht aus. Da er in seiner Jugend ohnehin zuerst Katholik war und ich noch erinnere, dass im Schulunterricht behauptet wurde, dass auch er die Selbstgeißelung praktizierte, halte ich zumindest eine sadomasochistische Tendenz für wahrscheinlich, auch in seinen jungen Jahren. Aus diesem Masochismus lässt sich genauso wie bei der katholischen Kirche allgemein ein gewisser Sadismus ableiten. Die Abscheu vor dem Physischen, Fleischlichen endet dann nicht nur bei dem eigenen Körper.
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Re: Luther, ein antisemitischer Psychophat

Beitragvon Nanna » Sa 6. Okt 2012, 14:57

@sildemower:
Bitte die Forenregeln lesen. Das Ausbringen von Links zu missionierenden Websites gilt als Missionierungsversuch. Gewöhn dir bitte außerdem das Schreiben in ganzen Sätzen mit Groß- und Kleinschreibung an.
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Re: Luther, ein antisemitischer Psychophat

Beitragvon Lumen » Sa 6. Okt 2012, 22:43

Nanna hat geschrieben:Sind denn in der heutigen evangelischen Kirche antisemitische Einstellungen überdurchschnittlich stark verbreitet? Leugnen evangelische Repräsentanten konkret Luthers Antisemitismus? Gibt es einen aktuellen Anlass, durch den du dich provoziert fühlst?


1) Nein, oder keine Daten. 2) Jedenfalls ist oder war es kein wichtiges Thema, während die Republik bei dem Thema sonst hyperventilliert. 3) Ja, praktisch jede öffentliche Debatte zwischen Atheisten und Christen/Apologeten/Akkommodationisten. Als Beispiel hatte ich die Sendung zu Islam und westlichen Werten mit Gesine Schwan genannt.

Es wird zeit, dass sich der Wind dreht. Das Hinterfragen von unbewiesenen Behauptungen, dass Einfordern von Belegen und eine gute Streitkultur stehen einer Obrigkeitshöhrigkeit oder blindem Gehorsam und Glauben entgegen. Es ist also offenkundig genau umgekehrt, als behauptet wird. Es ist mir ein Rätsel wie Leute, die selber an einen himmlischen Diktator glauben, und deren Religion den Antisemistismus seit jahrhunderten pflegten, damit davon kommen, Atheisten entsprechend bezichtigen können. Da wird jede noch so opportune (und emotional beladene) Rhetorik benutzt, um ihren Diktator-Gott zu schützen. Da kannst du noch so versuchen, das Problem wegzudiskutieren. Schau dir doch irgendeine Sendung an, wo Glaube und Unglaube aufeinandertreffen. Oder Beschneidungs-Debatte. Da wird der "braune Peter" immer von den Religiösen gezückt und den Atheisten untergeschoben. Es ist also in meinem Interesse, wenn Martin Luther als Antisemit bekannt wird, und die Religionen den vollen Umfang des Image-Schadens abbekommen, den sie versuchten, anderen anzudichten. Wer anderen eben eine solche Grube gräbt, sollte selbst hineinfallen.
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Re: Luther, ein antisemitischer Psychophat

Beitragvon Darth Nefarius » So 7. Okt 2012, 12:25

Richtig! Allerdings frage ich mich, wie soetwas aussehen soll. Vielleicht ein atheistisches Wikileaks? Allein die Anspielung auf diese Plattform würde die nötige Öffentlichkeit beschaffen. Dann müsste man noch so einen Glücksfall wie den Informanten in Vatikan haben, der bestechlich ist, sich aber nicht so leicht erwischen lässt. Ist euch übrigens aufgefallen, dass der Prozess mehr Aufsehen erregt als die von ihm gelüfteten Informationen? Wahrscheinlich wird jede Information, die die Religionen als das darstellt, was sie ist, verpuffen. Selbst die Missbrauchsskandale sind schon ein alter Hut, da wird Luthers Antisemitismus auch nichts bewegen, allerhöchstens die Aufmerksamkeit aller Gläubigen auf die Atheisten lenken, und sie ihren Unmut spüren lassen wie bei der Beschneidungsdebatte. Ich denke, dass der beste Weg, um die Religionen als das darzustellen, was sie sind, ist, sie ihre gegenseitigen Konflikte ausleben zu lassen.
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Re: Luther, ein antisemitischer Psychophat

Beitragvon Lumen » So 7. Okt 2012, 21:52

Nur für Nanna: Catholic theologian preaches revolution to end church's 'authoritarian' rule (The Guardian)

In an exclusive interview with the Guardian, Küng, who had close contact with the pope when the two worked together as young theologians, described the church as an "authoritarian system" with parallels to Germany's Nazi dictatorship.


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