Mark hat geschrieben:Ich kann nur nicht verstehen wie den Banken dann das Geld ausgehen konnte, wenn sie es doch selber drucken dürfen ?
Die Ursache warum Geld - trotz Druckerpresse - "kollabieren" kann (in Form von Bankbilanzen), ist in unserem "modernen" Schuld-Geldystem begründet. Obwohl viele (wohl die allermeisten? - auch hier?) immer noch glauben, dass "unser Geld" doch durch irgendetwas werthaltiges gedeckt sein müsste, - ist das nicht der Fall. Der "Goldstandard" zu "Kaisers Zeiten", mit dem Recht für eine "Mark" einen bestimmte Menge an Gold zu erhalten, scheint immer noch irgendwie in den Köpfen präsent zu sein. Und die "Herren des Geldes" haben natürlich auch kein Interesse daran den Leuten diesen Glauben auszutreiben. Es ist so einfach: Ich überziehe mein Konto (.. die Bank erlaubt es mir..) - und schöpfe damit Geld. Da es allein auf ein 'Rückzahlungsversprechen' ("Schuld") in der Zukunft gründet, in der die Wirtschaft immer weiter wächst und wir alle 'unendlich reich' werden (natürliche Ressourcenknappheit, Ökologie und Kreislaufwirtschaft kommen in diesem mathematisch exponentiell wachsenden System nicht vor), haben die Banken ein Probelm: Es müssen sich immer neue Schuldner finden lassen, die die Geldillusion (und die Zinsen und Rendite auf dieses virtuelle Wachstum) aufrecht erhalten. Denn wenn ich meine Überziehung zurückführe, ist der Saldo (wieder) "null" - und das 'Geld aus dem Pyramidenspiel verschwunden' (...an dem sich kräftig verdienen lässt) Finden sich keine 'Freiwilligen' (weil z.B Privatpersonen nicht mehr an das unbegrenzte materielle Wachstum glauben), - muss der Staat einspringen und
'bestimmt uns zu Freiwilligen' (Steuerzahlern, - respektive 'Schuldknechten'), damit das System nicht kollabiert. Da dies rechtlich bedenklich ist, scheut man sich auch nicht davor Recht und Gesetz sukzessive auszuhebeln .... (siehe "Euro-Rettungspakt" - Beugung des Grundgesetzes und Rücktritt des Bundespräsidenten).
Und das ist der Grund, warum die Banken nicht selbst "Geld drucken" (obwohl sie es natürlich mittels Erpressung der demokratischen Instituitionen natürlich tun): Sie brauchen den Staat, der mittels seines Gewaltmonopols, das Pyramidenspiel am laufen hält und den "Schein wahrt", dass sich 'Arbeit und Leistung lohnt'.
Zur FED:
Die Zusammensetzung der FED ist imho bei wikipedia wohl mit am Besten beschrieben:
http://de.wikipedia.org/wiki/Federal_Reserve_System. Staat und (intransparente) Banken geben sich die Hand.
Demgegenüber ranken sich viele VT', um die Gründung der selbigen, die jedoch meines Wissens alle aus (einer oder wenigen) dubiosen Quellen stammen (ala "jüdische Weltverschwörung" und so). Bei genauerer Betrachtung beibt da wenig von. Allerdings wird man das Gefühl nicht los, dass auch hier die Herren des Geldes absichtlich die
nötige Transparenz und Aufklärung vermissen lassen. Ein Teil der Macht der Mächtigen scheint stets darauf zu beruhen, das man den "Machtlosen" den Eindruck vermittelt, dass den Mächtigen so ziemlich "alles zuzutrauen" ist. (Man denke hier auch an die 'pure Esoterik' um die "Magie der 13" u.a. auf der 1-Dollar-Note. Das ist gewiss kein Zufall)
Der (libertäre) republikanische Kongreßabgeordnete (und der von den Medien verschwiegene Präsidentschaftskanditat) 'Ron Paul' kämpft schon lange für genau diese (nötige) Transparenz und hat schon ein paar Teilsiege erringen können (Obwohl sich die FED, resp. Ben Bernanke natürlich mit Händen und Füßen wehrt und bei den dazu erforderlichen Anhörungen im Kongress (wieso haben wir sowas nicht?) den Untergang der USA an die Wand malt):
http://ronpaul.blog.de/2009/05/19/ron-p ... n-6143763/Mark hat geschrieben:Wollte man die Chance nutzen zwecks Bereicherung bestehende Gelder abzugreifen um nicht die Inflation anzuheizen ?
Inflation ist derzeit nur bei Aktien und auf den Rohstoffmärkten ein Thema: Das Geld das die Staaten in's System gießen, um den Kollaps (Deflation) zu verhindern, kommt nicht bei den Menschen an, sondern bläht die nächsten Blasen auf den Finanz- und Rohstoffmärkten (Nahrungsmittelspekulationen!) auf. (Es ist ja mehr an der 11%igen Griechenlandanleihe verdient als an den 4% die der Häuslebauer zahlen möchte) Es wäre den Staaten (v.a. den USA) sehr recht, wenn sie eine Inflation entfachen könnten: Die Schulden könnten einfach mit Papier zurückgezahlt werden. Nichts anderes verbirgt sich hinter den sogen
"Quantitative Easing"-Maßnahmen der FED und EZB. Nur: Die Menschen müssen auch mitspielen (wollen): Sie müssen überaus optimistisch der Zukunft entgegenstreben, konsumieren, Häuser bauen, Kinder zeugen - sich also langfristig an 'noch mehr Schuldversprechen' binden (wollen). Je gereifter ein Pyramidenspiel jedoch ist, um so schwieriger wird es das "Feuer der Begeisterung" am laufen zu halten, bzw. 'noch stärker' zu entfachen. Da muss man schon nachhelfen: Überaus optimistische Wirtschaftsberichterstattung fern jeglicher Realität, Manipulation der Arbeitslosigkeitsstatistiken und pushen der Aktienmärkte und Jubel über die selbigen. Die Realität sieht für viele bekanntlich etwas anderes aus: Anstatt mehr konsumieren zu können, muss man sich mit Gehaltskürzungen abfinden, anstatt Steuererleichterungen werden die Steuern immer höher und anstatt ein Haus zu bauen (wofür eine feste Kalkulation von 20-30 Jahren erforderlich ist) müssen sich junge Familien mit erpresserischen Zeitarbeitsvermittlern herumschlagen. Die Umverteilung des Geldvermögens von unten nach oben, - von den Leistenden zu den Leistungsempfängern, nimmt dramatisch zu.
Das ist alles kein Umfeld in dem sich eine Inflation entwickeln kann, die bei der Bevölkerung ankommt. Die Gefahr heißt derzeit "Deflation", die den (imho unvermeidlichen) '
Game
Over' früher oder später bringen wird. imho: früher. Man beachte dabei die Edelmetalle (=
nicht durch Schuldversprechen erzeugtes "Geld", sondern in der Vergangenheit erarbeiter Wert!) als Seismometer für den GO (- und weniger als Inflationsanzeige)
Grüße