Vollbreit hat geschrieben:Das habe ich auch noch nicht kapiert.
Dass Geld drucken Probleme lösen soll, erscheint mir abenteuerlich, aber auf der anderen Seite auch so offensichtlich, dass das eigentlich jeder wissen muss.
Was außer, "Zeit" kaufen, ist denn ein legitimer Grund so vorzugehen?
Gelddrucken ist m.E. eine Umverteilungsstrategie.
Das Geld, welches ein Staat sich leiht gehört offensichtlich jemandem, der es nicht braucht, sonst könnte er es ja nicht verleihen. Eine Ökonomie kann so organisiert sein, dass einseitig Vermögen in bestimmte Brieftaschen fließt. Wenn wir z.B. ein Wirtschaftswachstum verzeichnen, aber dennoch immer mehr Menschen immer weniger verdienen, haben wir eine Schieflage. Das Durchschnittseinkommen mag dabei steigen, das sagt aber nichts darüber aus, wie sich dieses Einkommen verteilt. Trotz stetigem Wirtschaftswachstum steigt z.B. das Armutsrisiko. Man kann z.B. über die Staatsverschuldung meckern und feststellen, dass wir uns eine Erhöhung des Kindergeldes nicht leisten können. Aber die Tatsache, dass man sich ein Kind ohne diese Zuschuss fast nicht leisten kann, zeigt dass die Arbeitsvergütungen vieler Menschen unzureichend sind. Das kann aber nicht wahr sein, dass eine so reiche Gesellschaft wie unsere sich Kinder nicht leisten kann. Dann haben wir offensichtlich ein Verteilungsproblem. Wenn eine Volkswirtschaft so organisiert ist, dass diejenigen, die das Vermögen erwirtschaften, also hauptsächlich die produzierenden Berufe, von ihrer Arbeit nicht leben können, bricht sie irgendwann zusammen. Ebenso bricht sie zusammen, wenn der Anreiz und überhaupt die Chance zur persönlichen Bereicherung fehlt.
Inflation und Deflation sind da probate Mittel um steuernd einzugreifen. Gelddrucken bedeutet nichts anderes, als diejenigen die Schulden haben zu
entlasten und diejenigen die Vermögen haben zu
belasten. So wird Vermögen umverteilt. Wenn man das behutsam macht, klappt das prima!
Einige Vorstöße der Politik z.B. bezüglich Rentenvorsorge könnte man als Versuch werten, den kleinen Mann mit ins Boot der Vermögenden zu holen. Wer einmal in die Falle getappt ist sein Geld zu horten, hat natürlich kein Interesse an einer Inflation.