Interview mit den Gründern der Brights

Re: Interview mit den Gründern der Brights

Beitragvon stine » Do 20. Mär 2008, 08:33

Philosophie als Ersatz für Religion?
Könnte gut sein, aber ab welcher Klasse, welchem Alter?
Ab wann sind Kinder überhaupt in der Lage zu philosophieren, oder Philosophie zu verstehen?
Wie lange brauchen sie feste Regeln?
Wie kann ein Lehrer in der Grundschule sowas rüberbringen, ohne den Eindruck zu erwecken, dass es verhandelbare Regeln gibt und dass wir gar nichts wissen?
Ich sehe oft Frauen mit ihren Kleinstkindern beim Einkaufen, die ihre Lütten im Einkaufswagen fragen: "Was soll Mami jetzt nehmen, den roten oder den gelben Pudding?" Antwort: "Daaaaa!"
Was hat Kind gelernt? Mama ist doof und weiß nicht mal so einfache Sachen.

Und wo bleibt die Ethik, der Humanismus oder das christliche Zusammenleben? Bis zur 7.Klasse außen vor?

Wenn ich an manche Mathe-Lehrer denke, dann läufts mir kalt den Buckel runter, mir vorzustellen ein Philo-Unterricht würde in ähnlicher Qualität abgehalten. (Klar Religionslehrer unterrichten manchmal auch bedenkenswert, aber sie haben wenigstens feste Regeln zu vermitteln. )
Da ist sicher noch ein langer Weg von der Theorie zur Praxis.

LG stine
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Re: Interview mit den Gründern der Brights

Beitragvon ostfriese » Do 20. Mär 2008, 12:16

stine hat geschrieben:Philosophie als Ersatz für Religion? Könnte gut sein, aber ab welcher Klasse, welchem Alter?
Ab wann sind Kinder überhaupt in der Lage zu philosophieren, oder Philosophie zu verstehen?
Wie lange brauchen sie feste Regeln?

Gegen feste Regeln in frühen Phasen der Erziehung spricht ja nichts. Irgendwann wird man aber anfangen müssen, sie zu begründen. Und dann kann mir niemand weismachen, der "liebe Gott im Himmel" sei das am einfachsten zu verstehende Begründungskonzept. Jedenfalls ist mir überhaupt noch niemand begegnet, der selbiges so gut verstanden hatte, dass er es mir plausibel hätte erklären können. Meine schlichte These: Sobald Kinder nach Begründungen fragen, sind sie auch alt genug zu philosophieren.

stine hat geschrieben:Wie kann ein Lehrer in der Grundschule sowas rüberbringen, ohne den Eindruck zu erwecken, dass es verhandelbare Regeln gibt und dass wir gar nichts wissen?

Du unterstellst, dass ein Kind, welches nach Begründungen fragt, auch gleich nach Letztbegründungen fragt. Zwar kennen wir die spielerischen "Warum?"-Ketten zum Antesten elterlicher Geduld, aber die sind nicht als ernsthaftes Hinterfragen zu verstehen. So lange wir Kindern überhaupt antworten können, stehen wir auch nicht unwissend da. Und wenn Jugendliche uns früher oder später an den Punkt treiben, wo wir eine Antwort schuldig bleiben müssen, dann sind sie reif genug um zu verstehen, wie der rationale Diskurs funktioniert und warum keine Wahrheit oder Norm absolute Geltung beanspruchen kann.

stine hat geschrieben:Ich sehe oft Frauen mit ihren Kleinstkindern beim Einkaufen, die ihre Lütten im Einkaufswagen fragen: "Was soll Mami jetzt nehmen, den roten oder den gelben Pudding?" Antwort: "Daaaaa!"
Was hat Kind gelernt? Mama ist doof und weiß nicht mal so einfache Sachen.

:lachtot: Schön!

stine hat geschrieben:Und wo bleibt die Ethik, der Humanismus oder das christliche Zusammenleben? Bis zur 7.Klasse außen vor?

Siehe oben.

stine hat geschrieben:Da ist sicher noch ein langer Weg von der Theorie zur Praxis.

Schlechter als die gegenwärtige Praxis (Religionsunterricht) kann's schwerlich werden.
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