Naturalisten und Emotionen

Naturalisten und Emotionen

Beitragvon Peter Janotta » Di 9. Dez 2008, 17:12

stine hat geschrieben:Wenn nun bei aller materiellen Logik das tiefere Menschsein auf der Strecke bleibt, dann fehlt doch was?

Die materielle Logik ist eine Methodik zu ergründen wie die Welt beschaffen ist und warum sie so beschaffen ist, wie sie es ist. Wieso wir diesen Ansatz mystischen und übernatürlichen Erklärungsansätzen vorziehen, wurde im Forum wohl oft erleutert.

Was du als das tieferes Menschsein bezeichnest, bedeutet für mich das Genießen oder der generelle emotionale Umgang damit, wie die Welt auf uns wirkt. Das Eine schließt das Andere nicht aus, beschreibt aber völlig unterscheidliche Bereiche menschlichen Lebens. Das Eine versucht zu erklären, das Andere beschreibt den Umgang mit Gegebenheiten.

Der Eindruck, dass Naturalisten die Welt übertrieben ausgedrückt nur als rational zu analysierendes Gebilde sehen, ist im Allgemeinen falsch. Dieses Missverständniss rührt wohl daher, dass Naturalisten in der Regel versuchen, diese Bereiche klar zu trennen. Das heißt aber nicht, dass sie sich dem emotionalen Umgang mit ihrer Umwelt verwerren. Nicht minder als Vertreter anderer Weltanschauungen werden wir von unseren Emotionen bewegt und beeinflusst.

In den Diskussionen hier im Forum geht es aber vorrangig um Erklärungen und das ist nunmal die Domaine rationaler Argumente.
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Re: Naturalisten und Emotionen

Beitragvon stine » Di 9. Dez 2008, 19:38

Hallo Peter Janotta,
schon klar, dass Naturalisten und Materialisten auch Emotionen haben. Aber müßten sie die nicht rational und logisch sogleich verarbteiten können?
Kann ein Rationalist überhaupt psychisch erkranken?
Kann er Liebeskummer haben? Kann er trauern?
Oder sollte er nicht sofort wissen, dass jede Emotion nur die Folge der ausgeschütteten Hormone einer Stoffelwechseldrüse, angeregte durch einen Blutstau in seinen Hirwindungen, ist?
Die Folge neuronaler Vernetzungen? :wink:

LG stine
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Re: Naturalisten und Emotionen

Beitragvon ganimed » Di 9. Dez 2008, 19:54

stine hat geschrieben:Oder sollte er nicht sofort wissen, dass jede Emotion nur die Folge der ausgeschütteten Hormone einer Stoffelwechseldrüse, angeregte durch einen Blutstau in seinen Hirwindungen, ist?

Man könnte sofort antworten: nur weil man das weiß, macht es einen noch nicht heiß. Man fühlt die Emotion ja auch dann noch, wenn man sich erklären kann, wie sie ungefähr zustande kam und was im Hirn ungefähr gerade passiert.

Aber irgendwie ist der Einwand schon ein wenig berechtigt. Ein gut informierter Neurologe sollte doch eigentlich tendenziell ein sehr glücklicher und emotional ausgeglichener Mensch sein. Immerhin ist ja offenbar bekannt, was einen glücklich macht. Man muss positiv denken, glauben dass alles gut wird, regelmäßig meditieren, zuviel Stress vermeiden, soziale Bindungen pflegen und mehren. Ach ja und Sport treiben. Und viel lachen. Mehr fällt mir momentan mit meinem höchst lückenhaften Podcast-Halbwissen nicht ein.

Aber jedenfalls sollte das doch ein guter Test sein, ob die Hirnforscher überhaupt auf der richtigen Spur sind. Wenn Hirnforscher statistisch glücklicher sind als andere Forscher, dann wäre was dran an der Sache. Keine Ahnung, ob es solch eine Studie nicht vielleicht sogar schon gibt.
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Re: Naturalisten und Emotionen

Beitragvon apostat » Mi 10. Dez 2008, 09:42

stine hat geschrieben:Kann ein Rationalist überhaupt psychisch erkranken?
Kann er Liebeskummer haben? Kann er trauern?


Wieso denn nicht? Was hat das eine denn mit dem anderen zu tun?

Also, obwohl ich eher rationalistisch-naturalistisch eingestellt bin habe ich ein reiches emotionales Innenleben. Ich bin immer wieder heftig verliebt, leide unter Liebeskummer, bin glücklich und traurig, manchmal einsam. Ausserdem liebe ich Musik über alles, ich bin empfänglich für Stimmungen, Farben, Licht, Gerüche usw.

Nur weil ich mir mehr oder weniger erklären kann, was sich da im Gehirn abspielt spüre ich doch deswegen nicht weniger. Auch ein Arzt leidet unter Schmerzen und genießt positive Empfindungen, obwohl er genau weiß, wie die Reizleitung in den Nerven vor sich geht.
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Re: Naturalisten und Emotionen

Beitragvon apostat » Mi 10. Dez 2008, 09:45

Peter Janotta hat geschrieben:
stine hat geschrieben:Wenn nun bei aller materiellen Logik das tiefere Menschsein auf der Strecke bleibt, dann fehlt doch was?



Allerdings weiß ich nicht genau, was man sich unter dem "tieferen Menschsein" vorzustellen hat. Ich habe immer den Verdacht, dass man automatisch als oberflächlicher, konsumorientierter Materialist eingestuft wird, wenn man nicht an Gott glaubt...
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Re: Naturalisten und Emotionen

Beitragvon Peter Janotta » Mi 10. Dez 2008, 13:02

ganimed hat geschrieben:Ein gut informierter Neurologe sollte doch eigentlich tendenziell ein sehr glücklicher und emotional ausgeglichener Mensch sein. Immerhin ist ja offenbar bekannt, was einen glücklich macht.


Nicht jeder Neurologe beschäfftigt sich mit dem Glücksempfinden. Außerdem sehe ich nicht wirklich, dass das wissen darüber was einen glücklich macht automatisch dazu führt dieses Ziel einfacher zu erreichen. Beispielsweise hat wohl jeder schon mal Arbeit vor sich hergeschoben, obwohl er sich voll im Klaren darüber war, dass er langfristig wesentlich glücklicher wäre, wenn er sich über seinen inneren Schweinehund hinwegsetzt und die Sache schnell hinter sich bringt.

Das klingt für mich ein bisschen so, als ob Physiker seltener hinfallen müssten, da sie mehr über die Gravitationskraft wissen.
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Re: Naturalisten und Emotionen

Beitragvon ganimed » Mi 10. Dez 2008, 19:37

Peter Janotta hat geschrieben:Das klingt für mich ein bisschen so, als ob Physiker seltener hinfallen müssten, da sie mehr über die Gravitationskraft wissen.

Ich schaue gerade mit großem Vergnügen die ersten Folgen dieser neuen Serie "The Big Bang Theory", wo ein paar Uni-Nerds auf sympathisch skurrile Weise porträtiert werden. Letztens vor das Problem gestellt, ein schweres Paket das Treppenhaus hinauf zu tragen, berechnete einer, dass bei geschätztem Neigungswinkel der Treppe die aufzuwendende Kraft etwa halbiert wird, wenn man das Paket auf die Treppe legt und nur schiebt.

Klingt jetzt ein wenig weit hergeholt. Aber ich glaube, mit ein wenig amerikanischem Optimismus und Pragmatismus kann man eine ganze Menge Wissenschaft in seinen Alltag integrieren und spürbar davon profitieren. Gerade beim Gehirn gibt es ja nunmal autosuggestive Möglichkeiten, etwas zu verändern. Also sich etwas einreden, regelmäßig eine positive Geisteshaltung üben zum Beispiel, hilft wirklich. Sogar das Lächeln im Gesicht erzeugt eine Rückkopplung und wir denken automatisch auch positiver. Unser Weichhirn hat für Manipulationen alle möglichen Tore geöffnet. Man muss nur wissen, wo überall und welche Tricks am wirksamsten sind. Der Rest ist regelmäßiges Training.
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Re: Naturalisten und Emotionen

Beitragvon LinuxBug » So 8. Mär 2009, 17:36

stine hat geschrieben:schon klar, dass Naturalisten und Materialisten auch Emotionen haben. Aber müßten sie die nicht rational und logisch sogleich verarbteiten können?

Müssen? Nein. Aber es kann nützlich sein, wenn man sich nicht von seinen Gefühlen leiten lassen muss,
sondern sie auch unter "geistige" Kontrolle bringen kann.

stine hat geschrieben:Kann ein Rationalist überhaupt psychisch erkranken?

Um die Frage zu beantworten, müssten wir ergründen, was "psychisch erkranken" überhaupt heißt. Natürlich könnte es ein Rationalist nicht, wenn kein Mensch "psychisch erkranken" kann. Ansonsten ist es meist eine Definitionsfrage... ein Problem bei psychischen Erkrankungen ist, dass es bei den meisten eine individuelle Einschätzung über ein subjektives Empfinden ist und nicht objektiv festgestellt werden kann, ob nun eine Erkrankung vorliegt oder nicht.

stine hat geschrieben:Kann er Liebeskummer haben? Kann er trauern?
Oder sollte er nicht sofort wissen, dass jede Emotion nur die Folge der ausgeschütteten Hormone einer Stoffelwechseldrüse, angeregte durch einen Blutstau in seinen Hirwindungen, ist?
Die Folge neuronaler Vernetzungen? :wink:

Schwer, eine definitive Antwort zu geben. Kommt wieder darauf an, was du unter Liebeskummer/Trauer verstehst. Natürlich wird er (solange er psychisch "normal" ist) die gleichen Emotionen empfinden. Nur, ob man diese auch so romantisieren muss... Wenn man ein bestimmtes Konzept von Liebe hat und sich dann fragt, ob ein Rationalist auch fähig ist, auf diese Art zu lieben... dann frag ich mich, was die eigentliche Frage ist. Ob der Rationalist deine bzw. die gesellschaftliche Definition von Liebe für sich übernehmen kann? Ob er imstande ist, seine Gefühle für eine andere Person auch zu idealisieren? Oder ob dies dadurch verunmöglicht wird, dass er "weiß", wie der Regenbogen entsteht?

ganimed hat geschrieben:Gerade beim Gehirn gibt es ja nunmal autosuggestive Möglichkeiten, etwas zu verändern. Also sich etwas einreden, regelmäßig eine positive Geisteshaltung üben zum Beispiel, hilft wirklich. Sogar das Lächeln im Gesicht erzeugt eine Rückkopplung und wir denken automatisch auch positiver. Unser Weichhirn hat für Manipulationen alle möglichen Tore geöffnet. Man muss nur wissen, wo überall und welche Tricks am wirksamsten sind. Der Rest ist regelmäßiges Training.

Also bei dem wäre ich schon kritischer. Denn was du sagst, wird von vielen Selbsthilferatgebern auch behauptet, also dass man alles schaffen könne, wenn man nur wollte, dass man intelligenter werde, wenn man sich nur von intelligenten Menschen umgebe, und jeden Blödsinn, der immer irgendwelche statistische Effekte forcieren wollen. Dabei ist noch gar nicht klar, ob das auch funktioniert, wenn man es sich wünscht, oder ob das nur Einbildung ist oder statistisch erklärbar ist...
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Re: Naturalisten und Emotionen

Beitragvon Aeternitas » Di 10. Mär 2009, 21:22

OT:
LinuxBug hat geschrieben:
stine hat geschrieben:Kann ein Rationalist überhaupt psychisch erkranken?

Um die Frage zu beantworten, müssten wir ergründen, was "psychisch erkranken" überhaupt heißt. Natürlich könnte es ein Rationalist nicht, wenn kein Mensch "psychisch erkranken" kann. Ansonsten ist es meist eine Definitionsfrage... ein Problem bei psychischen Erkrankungen ist, dass es bei den meisten eine individuelle Einschätzung über ein subjektives Empfinden ist und nicht objektiv festgestellt werden kann, ob nun eine Erkrankung vorliegt oder nicht.


Das ist so nicht ganz richtig, bei den meisten psychischen Krankheiten lässt sich eine klare Neuronale Dysfunktion feststellen

Zum Thema:
Es ist ein gerne Propagierter Irrtum, das Materialisten bzw. Naturalisten Emotional tot oder kalt wären, dabei ändert das wissen über die Funktion des Gehirns selbstverständlich nicht wie man damit denkt oder fühlt. Es fällt lediglich die sehr weit verbreitete Mystifizierung von Emotion weg, die einige wohl mit den Emotionen verwechseln.
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Re: Naturalisten und Emotionen

Beitragvon LinuxBug » Mi 11. Mär 2009, 04:37

Aeternitas hat geschrieben:Das ist so nicht ganz richtig, bei den meisten psychischen Krankheiten lässt sich eine klare Neuronale Dysfunktion feststellen

Okay, hätte mich auf "Persönlichkeitsstörungen" beschränken sollen. (Obwohl ich mir jetzt auch da nicht mehr so sicher bin. :^^: )
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Re: Naturalisten und Emotionen

Beitragvon stine » Mi 11. Mär 2009, 08:19

LinuxBug hat geschrieben:... dass man alles schaffen könne, wenn man nur wollte, dass man intelligenter werde, wenn man sich nur von intelligenten Menschen umgebe...
So ist es aber!
Wenn man mit seinen Kindern komplexe Sätze spricht und zB Fremdwörter nicht vorenthält, sondern sie benützt und jedesmal erklärt, dann gebrauchen sie sie ganz selbstverständlich auch und sprechen ebenso. Und genauso ist es auch mit anderen Dingen des Lebens. Wer immer gesagt bekommt, wo der Hase langläuft, der weiß das dann auch. Miteinander reden macht klug, sofern es kluger Text ist. :^^:

Aeternitas hat geschrieben:Es fällt lediglich die sehr weit verbreitete Mystifizierung von Emotion weg, die einige wohl mit den Emotionen verwechseln.
Wenn die Mystifizierung weg ist, bleibt das rationale Wissen um die Entstehung der Gefühle. Wenn du zB weißt, dass du nur deswegen verrückt nach deiner Freundin bist, weil sie bestimmte Duftstoffe aussendet, die deinen männlichen Fortpflanzungstrieb ansprechen, dann kannst du das isoliert betrachten. Wenn sie dich dann verlässt, ist sie leichter austauschbar.
Überhaupt: Ist die Mystifizierung der Gefühle dann nicht prinzipiell nur die künstlerische Darstellung von Beziehungen?
Bücher, Filme, Lieder... und in echt gibts das gar nicht? Oder wie jetzt?
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Re: Naturalisten und Emotionen

Beitragvon Aeternitas » Do 12. Mär 2009, 21:19

stine hat geschrieben:
LinuxBug hat geschrieben:... dass man alles schaffen könne, wenn man nur wollte, dass man intelligenter werde, wenn man sich nur von intelligenten Menschen umgebe...
So ist es aber!
Wenn man mit seinen Kindern komplexe Sätze spricht und zB Fremdwörter nicht vorenthält, sondern sie benützt und jedesmal erklärt, dann gebrauchen sie sie ganz selbstverständlich auch und sprechen ebenso. Und genauso ist es auch mit anderen Dingen des Lebens. Wer immer gesagt bekommt, wo der Hase langläuft, der weiß das dann auch. Miteinander reden macht klug, sofern es kluger Text ist. :^^:

Aeternitas hat geschrieben:Es fällt lediglich die sehr weit verbreitete Mystifizierung von Emotion weg, die einige wohl mit den Emotionen verwechseln.
Wenn die Mystifizierung weg ist, bleibt das rationale Wissen um die Entstehung der Gefühle. Wenn du zB weißt, dass du nur deswegen verrückt nach deiner Freundin bist, weil sie bestimmte Duftstoffe aussendet, die deinen männlichen Fortpflanzungstrieb ansprechen, dann kannst du das isoliert betrachten. Wenn sie dich dann verlässt, ist sie leichter austauschbar.
Überhaupt: Ist die Mystifizierung der Gefühle dann nicht prinzipiell nur die künstlerische Darstellung von Beziehungen?
Bücher, Filme, Lieder... und in echt gibts das gar nicht? Oder wie jetzt?
LG stine


Das hat doch nichts mit künstlerischer Darstellung zu tun, wie kommst du denn nur darauf?

Und nein man wird nicht Intelligenter nur weil man Fremdwörter kennt, geschweige denn sie hört. Selbst wenn du richtig lernst wirst du nicht unbedingt Intelligenter du häufst Wissen an nicht mehr und nicht weniger, die Tatsächlich Leistungsfähigkeit des Gehirns lässt sich nur begrenzt Trainieren.
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Re: Naturalisten und Emotionen

Beitragvon LinuxBug » Do 12. Mär 2009, 21:59

stine hat geschrieben:
LinuxBug hat geschrieben:... dass man alles schaffen könne, wenn man nur wollte, dass man intelligenter werde, wenn man sich nur von intelligenten Menschen umgebe...
So ist es aber!
Wenn man mit seinen Kindern komplexe Sätze spricht und zB Fremdwörter nicht vorenthält, sondern sie benützt und jedesmal erklärt, dann gebrauchen sie sie ganz selbstverständlich auch und sprechen ebenso. Und genauso ist es auch mit anderen Dingen des Lebens. Wer immer gesagt bekommt, wo der Hase langläuft, der weiß das dann auch. Miteinander reden macht klug, sofern es kluger Text ist. :^^:

Alles klar? =)
Aber ernsthaft, ich bin mir nicht sicher über Studien auf dem Feld, aber generell halte ich eine Verwechslung von Ursache und Wirkung für wahrscheinlicher als dass man so einfach intelligent werden könnte; also dass sich intelligente Menschen lieber mit anderen intelligenten Menschen umgeben, als mit dummen und umgekehrt. Natürlich kann es immer zu einer "Verdummung" kommen, weil die Potenziale im falschen Umkreis nicht gefördert bzw. gefordert werden... (wobei ich das für schwer feststellbar halte; weiß aber - wie gesagt - nicht, wo die Intelligenzforschung grad ist und was zulässige Verallgemeinerungen wären und was nicht, etc...)
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Re: Naturalisten und Emotionen

Beitragvon stine » Fr 13. Mär 2009, 08:14

Aeternitas hat geschrieben:Das hat doch nichts mit künstlerischer Darstellung zu tun, wie kommst du denn nur darauf?
Die große Liebe der Rosamunde Pilcher & Co?
Die gibt es doch real gar nicht. In der Realität entscheidet man sich, ob man das leben miteinander gestalten möchte oder nicht. Durch dick und dünn gehen kann man nicht, wenn einzig die Leidenschaft des Augenblicks die größte Rolle spielt. Da folgt die Ernüchterung schon meistens am Morgen danach.
Als Realist müßte man schon wissen, dass allein leidenschaftliche Gefühle nicht durchs Leben tragen.

Die Frage, warum sich unsere Großeltern noch weniger scheiden ließen, wird heute oft damit beantwortet, dass Oma von Opa abhängiger gewesen ist und nicht die Chance auf ein eigenständiges Leben hatte. Ich behaupte aber, dass dies nicht die eigentliche Ursache war, sondern sie hatten sich noch wirklich entschlossen in guten und in schlechten Tagen das Leben zu teilen. Heute ist dazu niemand mehr bereit. Gibt es Probleme trennt man sich, ob es Kinder gibt oder nicht. Dabei ist das entscheidende, ob jeder der beiden Partner bereit ist, ein Stück von sich selbst aufzugeben. Dann stimmt auch der märchenhafte Schlußsatz: Und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende...

Aeternitas hat geschrieben:Und nein man wird nicht Intelligenter nur weil man Fremdwörter kennt, geschweige denn sie hört. Selbst wenn du richtig lernst wirst du nicht unbedingt Intelligenter du häufst Wissen an nicht mehr und nicht weniger, die Tatsächlich Leistungsfähigkeit des Gehirns lässt sich nur begrenzt Trainieren.
Das angehäufte Wissen macht also nicht alle gleich intelligent? Lernen kann nur begrenzt die Gehirnleistung trainieren?
OHO!
Wenn du das weißt und ich das weiß und andere das vielleicht auch wissen, dann frage ich mich aber, warum der Ruf nach maximaler Schul"bildung" derzeit von allen Eltern und Politikern propagiert wird und unsere Kinder, egal welcher Begabung, durch die "höheren" Schulen getrieben werden?
Vielleicht brauchen unterschiedliche Begabungen auch unterschiedliche Förderung?
Und ist Bildung gleich Bildung oder gibts da natürlich geartete Grenzen?
Und ist ein armer im Geiste ein Mensch zweiter Klasse?
Und wie gehen Naturalisten damit um?
Lauter realistische, emotionslose Fragen.

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Re: Naturalisten und Emotionen

Beitragvon HF******* » Fr 13. Mär 2009, 13:33

Also Stine, eine Bibliothek enthält viel Wissen und ihr IQ ist trotzdem 0. Wissen ist nicht Intelligenz.

Trotzdem lässt sich Intelligenz tatsächlich trainieren, was aber nicht bedeutet, dass Du jemanden mit einem IQ von 90 jemals auf 120 bringen könntest… Lustigerweise scheint der IQ bei den Personen am meisten schwankungsfähig zu sein, die in die oberen Bereiche kommen. Extrem ausgedrückt: Bei denen bringt das Training etwas und in den niedrigeren Bereichen ist's vergebene Liebesmüh…

Das Trainieren von Intelligenz durch stumpfes Auswendiglernen von Fremdwörtern halte ich doch für recht innovativ, allerdings für nicht besonders erfolgversprechend…

Das heißt nicht, das Bildung überflüssig wäre. Was nützt die höchste Intelligenz ohne einen gewissen Grad an Wissen?
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Re: Naturalisten und Emotionen

Beitragvon 1von6,5Milliarden » Fr 13. Mär 2009, 14:10

stine hat geschrieben:
Aeternitas hat geschrieben:Es fällt lediglich die sehr weit verbreitete Mystifizierung von Emotion weg, die einige wohl mit den Emotionen verwechseln.
Wenn die Mystifizierung weg ist, bleibt das rationale Wissen um die Entstehung der Gefühle. Wenn du zB weißt, dass du nur deswegen verrückt nach deiner Freundin bist, weil sie bestimmte Duftstoffe aussendet, die deinen männlichen Fortpflanzungstrieb ansprechen, dann kannst du das isoliert betrachten. Wenn sie dich dann verlässt, ist sie leichter austauschbar.
Nein, glaube mir, sie ist nicht leichter austauschbar - dies darfst du mir glauben, ich weiß es - leider.
Wie leicht ein Partner ersetzbar ist, hängt von ganz anderen Faktoren ab.

HFRudolph hat geschrieben:Trotzdem lässt sich Intelligenz tatsächlich trainieren,
Nun ja, dies ist nicht so ganz sicher und eher eine Frage der Definition. Trainieren lässt sich sicherlich die Fähigkeit einen IQ-Test möglichst gut zu absolvieren, nur bin ich deshalb intelligenter, wenn ich den Test mit 135 statt mit 125 absolviere? Nein, denn auch dies ist nur Wissen.

HFRudolph hat geschrieben:Lustigerweise scheint der IQ bei den Personen am meisten schwankungsfähig zu sein, die in die oberen Bereiche kommen. Extrem ausgedrückt: Bei denen bringt das Training etwas und in den niedrigeren Bereichen ist's vergebene Liebesmüh…
Der Spaß dürfte ganz einfach im Test begründet sein. Nach oben zu, sind es Feinheiten (und geht theoretisch ja auch über 200) und außerdem ist die Skala nicht wirklich linear. Nur so um 100 trifft dies auf die Verteilung in der Bevölkerung zu. Ein Mensch mit IQ von 140 ist nicht doppelt so intelligent wie ein Mensch mit IQ von 70.
Auf Deutsch, es ist nur gleich wahrscheinlich, dass eine beliebig gewählte Person einen IQ von 80 oder 120 hat, aber ein IQ-80-Mensch ist nicht um den selben Faktor weniger intelligent, als ein Mensch mit IQ 100 in Relation zu einem IQ-120-Menschen.
Außerdem finde ich es nicht sehr verwunderlich, dass ein intelligenter Mensch sich mit dem Lernen leichter tut, sich mit dem Aneignen von Wissen (wie der IQ-Test besser/schneller gelöst wird) leichter tut.
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Re: Naturalisten und Emotionen

Beitragvon stine » So 15. Mär 2009, 16:08

Aeternitas hat geschrieben:Und nein man wird nicht Intelligenter nur weil man Fremdwörter kennt, geschweige denn sie hört.

HFRudolph hat geschrieben:Das Trainieren von Intelligenz durch stumpfes Auswendiglernen von Fremdwörtern halte ich doch für recht innovativ, allerdings für nicht besonders erfolgversprechend…

Komisch, dass mein Text so interpretiert wird.
Meine Aussage war, dass bereits mit Kindern klug geredet werden kann und dass sie ganz selbstverständlich lernen, was sie im Umfeld hören und erfahren. Nichts weiter.

Ich hatte mal irgendwo über eine Studie gelesen, wo man "Normalbegabte" und Hochbegabte in eine Klasse steckte und den Lehrern nicht sagte, wer "Normal-" und wer Hochbegabt war. Im Ergebnis kamen auch die "Normalbegabten" zu besseren Leistungen, weil sie mehr Aufmerksamkeit und Förderung erfuhren.

Aber das ist OT.
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Re: Naturalisten und Emotionen

Beitragvon 1von6,5Milliarden » So 15. Mär 2009, 16:41

Mag OT sein, aber gute Leistung ist sehr, sehr viel Psychologie.

Erzähle ich vor einem Test viele blöde Blondinenwitze, schneiden die Blondinen tatsächlich schlechter ab, erzähle ich vor einem Test, dass Buben sprachlich sowieso wenig begabt sind, liefern sie das prognostizierte Ergebnis etc. pp.
Wird Lehren (stines Beispiel!) gesagt, dass ein Schüler hochbegabt wäre, so hat dieser tendenziell immer bessere Noten - i.d.R. weil sich der Lehrer mit diesem Schüler anders beschäftigt, anders an ihn herangeht. In Einzelfällen mag aber diese andere Herangehensweise auch das Gegenteil bewirken, aber in der empirischen Praxis schneiden als "klug verschriene" Schüler schon durch ihren Ruf besser ab, was den Ruf wiederum festigt. Der Umkehrschluss ist diesesmal erlaubt und sogar richtig.

Aber das alles hat wenig mit Intelligenz zu tun, wobei natürlich die Tendenz vorhanden ist, dass ein intelligenter Mensch bei Tests besser abschneidet, als ein deutlich weniger intelligenter Mensch.
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Re: Naturalisten und Emotionen

Beitragvon PW_ » So 15. Mär 2009, 17:21

1von6,5Milliarden hat geschrieben:Mag OT sein, aber gute Leistung ist sehr, sehr viel Psychologie.

Erzähle ich vor einem Test viele blöde Blondinenwitze, schneiden die Blondinen tatsächlich schlechter ab, erzähle ich vor einem Test, dass Buben sprachlich sowieso wenig begabt sind, liefern sie das prognostizierte Ergebnis etc. pp.
Wird Lehren (stines Beispiel!) gesagt, dass ein Schüler hochbegabt wäre, so hat dieser tendenziell immer bessere Noten - i.d.R. weil sich der Lehrer mit diesem Schüler anders beschäftigt, anders an ihn herangeht. In Einzelfällen mag aber diese andere Herangehensweise auch das Gegenteil bewirken, aber in der empirischen Praxis schneiden als "klug verschriene" Schüler schon durch ihren Ruf besser ab, was den Ruf wiederum festigt. Der Umkehrschluss ist diesesmal erlaubt und sogar richtig.

Aber das alles hat wenig mit Intelligenz zu tun, wobei natürlich die Tendenz vorhanden ist, dass ein intelligenter Mensch bei Tests besser abschneidet, als ein deutlich weniger intelligenter Mensch.


Ich habe schon ein paar Intelligenztests in meinem Leben ausprobiert. Und in ganz unterschiedlichen Situationen. Erstaunlicherweise war das Ergbnis doch immer ziemlich konstant. Kann sein, dass ich mit dieser Konstanz eine absolute Ausreisserin bin - kann aber auch sein, dass die Stärke der Tendenzen überschätzt wird.
Vielleicht kann das aber auch jeder für sich an der eigenen Schulzeit überprüfen. Man nehme ein Schulfach mit einigermassen objektiv messbaren Ergebnissen. Hat man bei etwa gleichem Schwierigkeitsgrad und ähnlichem Interesse fürs Fach sehr unterschiedliche Noten geschrieben - je nach Lehrer?

Im übrigen habe ich - obwohl eher christlichen glaubens - trotzdem ein ziemlich rationales Weltbild. Ich glaube auch, dass Emotionen durch Botenstoffe im Gehirn entstehen. Ich glaube nicht, dass Gott da direkt eingreift: oder ein Teil entsteht durch Bootenstoffe - und das "Sahnehäuptchen" durch Gott oder so. Trotzdem hilft es mir auch nicht sooo viel weiter. Kann ja schlecht jedesmal einfach zur richtigen Droge greifen, wenn ich mich gerade mies fühle.
Und wie jedem Bright helfen bei mir ungefähr die gleichen Sachen: Sonne, Bewegung, Ablenkung, meditativ ausgeführte Tätigkeiten. Allenfalls kann ich der Liste noch den Gedanken an die Gnade Gottes, Beten, einen religösen Text lesen und - wenn ich vielleicht vor einer schwierigen Entscheidung stehe oder mich mit Reue und Schuld herumplage - den Gedanke, dass der Weg der Liebe eigentlich nie der verkehrte sein kann, dazufügen. Aber das alles löst bei mir, wie beim Naturalisten, dann wieder biochemische Prozesse im Gehirn aus.
Trotzdem kommt es mir manchmal so vor - wenn ich auf Seiten wie diesen lese - als halten Brights nicht so sehr viel von Gefühlen. Weil sie einfach so schwer zu objektivieren und manchmal schon schwer überhaupt zu fassen, geschweige denn zu beschreiben sind.
Und schon gar nicht, wenn sie manchmal einfach nur unerklärlich sind (natürlich nicht die Bootenstoffe im Gehirn - Sondern: Warum zum Teufel jetzt gerade dieses Gefühl???). Oder eigentlich einfach fehl am Platz.

Gefühle sind halt oft irrational und nur im begrenzten Maße mit dem Verstand zu steuern. Und der Glaube an - sofern man ihn nicht zur absoluten und einzig gültigen Wahrheit macht - beruht nunmal auch allein auf Gefühlen. Nämlich, das es sich irgendwie richtig anfühlt, dass es einen oder auch viele Schöpfer (in welcher Form auch immer...) gibt. Oder einen höheren Seins-Zustand (im Buddhismus). Dem Gefühl - "da ist noch was" oder: "Es tut mir gut, wenn ich mir vorstelle, es gibt einen Schöpfer der mich IMMER lieben wird" - das kann man mit Logik nicht erklären. Man kann und muss es nur in seine logischen Schranken weissen - wie man es mit jedem anderen Gefühl auch tun muss. Es sei denn, man möchte sein Leben gern in der Psychiatrie verbringen.
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Re: Naturalisten und Emotionen

Beitragvon 1von6,5Milliarden » So 15. Mär 2009, 19:37

PW_ hat geschrieben:Ich habe schon ein paar Intelligenztests in meinem Leben ausprobiert. Und in ganz unterschiedlichen Situationen. Erstaunlicherweise war das Ergbnis doch immer ziemlich konstant.
Was verstehst du unter Konstanz? +/- 5 oder +/- 10 Punkte? oder nur 1-2 Punkte?

PW_ hat geschrieben:Vielleicht kann das aber auch jeder für sich an der eigenen Schulzeit überprüfen. Man nehme ein Schulfach mit einigermassen objektiv messbaren Ergebnissen.
:lachtot: Bild Das wäre? Sport vielleicht. :kopfstand:
Nein, ganz im ernst, m.W. gibt es kein auch nur halbwegs objektives Fach. Fang nicht mit Mathe an, die Ösis haben da mal Tests gemacht und zur eigenen Verblüffung festgestellt, dass in einem Blindkorrekturtest gerade bei Mathe die Schwankung am höchsten war
PW_ hat geschrieben:Hat man bei etwa gleichem Schwierigkeitsgrad und ähnlichem Interesse fürs Fach sehr unterschiedliche Noten geschrieben - je nach Lehrer?
Ai freilich. :kg: Es gibt wohl außer Religion und Sport kein Fach, wo ich nicht alle Noten in Schulaufgaben geschrieben habe - da man nur 4 Schulaufgabe pro Jahr hat, natürlich nicht in einem Jahr. Aber eine maximal möglich Auswahl von 4aus6 (inkl. beider möglichen Extreme) habe ich pro Schuljahr locker mehrfach hingelegt. :^^:
PW_ hat geschrieben:Trotzdem kommt es mir manchmal so vor - wenn ich auf Seiten wie diesen lese - als halten Brights nicht so sehr viel von Gefühlen. Weil sie einfach so schwer zu objektivieren und manchmal schon schwer überhaupt zu fassen, geschweige denn zu beschreiben sind.
Ach wo.Erstens, glaubst du wirklich aus ein paar Zeilen in einem Forum das Verhältnis zu der Schreiber zu Gefühlen herauszubekommen?
Zweitens - ist mir peinlich ( = Gefühl *bg*) die Mehrzahl (nicht alle) sind Männer (oder sowas) und Männer haben kulturell bedingt (im übrigen Dank der christlichen Kirche) ein Problem mit dem Zeigen von Gefühlen.
PW_ hat geschrieben:Und schon gar nicht, wenn sie manchmal einfach nur unerklärlich sind (natürlich nicht die Bootenstoffe im Gehirn - Sondern: Warum zum Teufel jetzt gerade dieses Gefühl???). Oder eigentlich einfach fehl am Platz.
Gibt es unerklärliche Gefühle? Fällt mir jetzt nichts ein, auch wenn mir manchmal unerklärlich scheint, warum ich mich (immer noch) zu bestimmten Personen hingezogen fühle, wenn ich rational, objektiv darüber nachdenke (und mir aufzähle was mich "objektiv" stört).
Aber ich bin mir sicher, es gibt rationale Erklärungen (Ähnlichkeiten, Prägungen, chemische Botenstoffe etc...) und ich habe damit kein Problem - zumindest nicht im Kopf, im "Herzen" u.U. schon und auch dies ist bei Brights vorhanden.
PW_ hat geschrieben:Gefühle sind halt oft irrational und nur im begrenzten Maße mit dem Verstand zu steuern.
Und?
PW_ hat geschrieben:Und der Glaube an - sofern man ihn nicht zur absoluten und einzig gültigen Wahrheit macht - beruht nunmal auch allein auf Gefühlen. Nämlich, das es sich irgendwie richtig anfühlt, dass es einen oder auch viele Schöpfer (in welcher Form auch immer...) gibt. Oder einen höheren Seins-Zustand (im Buddhismus). Dem Gefühl - "da ist noch was" oder: "Es tut mir gut, wenn ich mir vorstelle, es gibt einen Schöpfer der mich IMMER lieben wird" - das kann man mit Logik nicht erklären. Man kann und muss es nur in seine logischen Schranken weissen - wie man es mit jedem anderen Gefühl auch tun muss. Es sei denn, man möchte sein Leben gern in der Psychiatrie verbringen.
Wer nach "Logik" noch glaubt und zwar nicht an zwischenmenschliche Gefühle sondern an höhere Wesen, gar an Schöpfer oder einen "lieben, gütigen Gott" und dies mit unserem heutigen Wissen, der hat's objektiv und logisch gesehen nicht mehr weit in die Psychiatrie. Da dieser seltsame Glaube aber zur üblichen Kultur gehört, ist es objektiv normal (als kein psychiatrischer Fall) und trotzdem nicht logisch und da Vertreter solcher Glauben erheblichen Einfluss haben, nur ein Fall für die Psychiatrie, wenn man an die "Falschen" glaubt.
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