Myron hat geschrieben:ujmp hat geschrieben:Myron hat geschrieben: Das Wesen einer Sache ist einfach die Gesamtheit ihrer wesentlichen, soseinsbestimmenden Eigenschaften, die sie zu dem machen, was sie ist, und ohne die sie nicht sein kann.
Das ist zirkulär.
Keineswegs! Der Begriff "wesentliche Eigenschaft" ist in der Philosophie folgendermaßen definiert:
F ist eine wesentliche Eigenschaft von a
=def
Für jede mögliche Welt W gilt: wenn a in W existiert, dann hat a die Eigenschaft FDas heißt, die wesentlichen Eigenschaften einer Sache sind diejenigen ihrer Eigenschaften, die sie nicht verlieren kann, ohne zugleich ihr Dasein zu verlieren.
Ok, das ist eine Definition, eine Anweisung, wie Begriffe gemäß einer logischen Grammatik in einem Modell aufeinander bezogen werden sollen, sozusagen die Spielregel eines Sprachspieles. Es bleibt aber eben ein Modell. Das
Ding an sich hat m.e. aber kein Wesen, es
hat nichtmal Eigenschaften, sondern
wir schreiben ihm Eigenschaften zu. D.h. wir ordnen den Begriff vom
Ding an sich in eine Schublade unseres Modells ein, wir heften Schildchen mit anderen Begriffen (weich, blau) daran. Genau genommen bilden wir den Begriff durch Herstellen von Beziehungen zu anderen Bergiffen. Der Knackpunkt ist, dass dieser Begriff ebenfalls nur ein Modell ist, der mit dem
Ding an sich in Widerspruch stehen kann (z.B. wenn etwas als
Atom, als
unteilbar etikettiert wird, was keineswegs unteilbar ist ).
Letzlich müssen alle Begriffe auf Begriffe reduzierbar sein, die
a priori bereits vorliegen, wenn das Individuum mit dem Spiel beginnt. Popper meinte, das dieses a-priori-Vorwissen 99 Prozent unseres Wissens ausmacht. Es handelt sich also um sehr viel mehr, als nur um Raum- und Zeitvorstellung, Kausalität usw. Das wird in dem Augenblick besonders interessant, wenn diese a-priori-Begriffe, die wir, weil angeboren nicht ablegen können, in Widerspruch zum
Ding an sich stehen (z.B.die Raum- und Zeitvorstellung, wie seit Einstein bekannt ist)
Etwa nicht?