Twilight hat geschrieben:El Schwalmo hat geschrieben:auch bei der peripatrischen oder allopatrischen Artbildung erfolgt eine Verarmung des Genpools.
Oder anders ausgedrückt: Die Verarmung des Genpools ist die Ursache der Artbildung, nicht die Folge.
nein. Bei den von mir angesprochenen Mechanismen der Artbildung ist die Verarmung des Genpools eine Trivialität (eine Untermenge ist nie mächtiger als die Ausgangsmenge). Artbildung und genetische Verarmung haben nichts miteinander zu tun. Letztendlich erfolgt die Artbildung durch Mutation und Rekombination in den getrennten Populationen.
Twilight hat geschrieben:Ich weiß nicht ob und, wenn ja, wann die GTB jemals das Potential hatte, ernstgenommen zu werden. Aber was auch immer gewesen ist, es gibt jetzt Beweise gegen diese Theorie, die damit widerlegt ist.
Die Grundtypenbiologie ist noch längst nicht widerlegt, wenn man unter 'Grundtyp' das versteht, was die deutschen Vertreter darunter verstehen: die Gruppe von Lebewesen, die sich genetisch so ähnlich sind, dass zumindest indirekte Kreuzungen möglich sind. So gesehen ist 'Grundtyp' einfach ein Taxon, irgendwo zwischen Art und Famile, streng genommen sogar leichter operationalisierbar als 'Art'. Sollte es sich herausstellen, dass es Grundtypen 'gibt', ist das für Menschen wie mich so interessant wie 'Anthocyane findet man auch in Pilzen'.
Spannend wird es nur, falls man Grundtypen als Schöpfungsarten betrachten möchte. Dann ist das Konzept widerlegt, wenn man von der biblischen Schöpfungswoche ausgeht, oder nicht belegt, wenn man keine weiteren Argumente dafür hat, dass sie geschaffen sind.
Vom Standpunkt der Evolutionsbiologie aus gesehen sind Grundtypen zu erwarten: die Genome nahe verwandter Arten sind vermutlich noch so kompatibel, dass sie in Zygoten das Kriterium für Grundtypen (Expression der DNA beider Eltern) erfüllen. Sind die Organismen verwandtschaftlich weiter getrennt, ist nicht einmal das mehr möglich.
Daher ist das Grundtypenkonzept einfach nur uninteressant: in den Naturwissenschaften braucht es niemand, und der Schöpfungs'forschung' bringt es nichts.