Religionslos oder Atheist?

Religionslos oder Atheist?

Beitragvon stine » Do 24. Jul 2008, 07:33

Bei der Erforschung der Natur werden Zusammenhänge erkannt, Naturgesetze formuliert und die Natur daraus folgernd in technischen Dienst genommen. Dabei kommt es zu unterschiedlichen Wertungen im Hinblick auf die Bedeutung und die Sinnhaftigkeit natürlicher Phänomene. Wird die Natur als Produkt des absoluten Zufalls und der Selbstorganisation der Materie verstanden, entsteht eine Wissenschaftideologie.
Einige Naturwissenschaftler aber geben ein Beispiel dafür, dass die Begegnung mit der Natur den Hinweis auf eine transzendente, d.h. Welt und Mensch übersteigende, Wirklichkeit eröffnet.
Dazu zählen Max Planck, Werner Heisenberg und Albert Einstein.

Muß man also zwangsläufig Atheist werden, wenn man an den Inhalten der Religionen zweifelt?
Und ist "Gott" oder das "Göttliche" nicht völlig frei von menschlichen Sinngebungsmodellen?

fragt sich die stine
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Re: Religionslos oder Atheist?

Beitragvon emporda » Do 24. Jul 2008, 08:47

stine hat geschrieben:Einige Naturwissenschaftler aber geben ein Beispiel dafür, dass die Begegnung mit der Natur den Hinweis auf eine transzendente, d.h. Welt und Mensch übersteigende, Wirklichkeit eröffnet.
Dazu zählen Max Planck, Werner Heisenberg und Albert Einstein.
Die Anhänger der Gottesfraktion setzen jede Scheißhausparole in die Welt, damit sie ihre Sache bestätigt bekommen. Zum ach so ehrlichen Glauben gehört einfach lügen und betrügen. So ist das mit Einstein, der nachweislich Religion als albernes Zeug abgetan hat. Die persönlichen Einstellungen der beiden anderen kenne ich nicht, mistraue als erst einmal jeder Aussage von religiösen Spinnern.

In oder hinter der Naturwissenschaft tranzendente Wirklichkeiten zu vermuten, ist nur ein Beweis der totalen Unkenntnis desjenigen. Wer im blinden dummen Glaubensgehorsam aufgezogen wurde, der hat es im Leben schwer sich innerlich von dem ganzen Hokuspokus freizumachen. Nur ganz wenige schaffen es. Da hilft oft nicht einmal ein akademischer Titel, denn der ist nicht zwangsläufig ein Beleg für nüchterne Logik und unvoreingenommenes Denken.
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Re: Religionslos oder Atheist?

Beitragvon Klaus » Do 24. Jul 2008, 08:52

Einstein war mit Sicherheit nicht gläubig, stine ist da genauso wie die anderen Vorbeter, sie wollen das Genie für sich vereinnahmen.
Heisenberg und Planck waren religiös, Heisenberg hätte mal seine Unschärferelation auf das transzendente Gottesbild anwenden sollen, ich meine die Brüder hatten Angst vor der natürlichen Realität, das war denen zu nüchtern.
Einstein nannte die Bibel primitiv und kindisch.
Vielleicht findet ja stine ihren Gott als Higgs-Boson im LHC. :lachtot:
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Re: Religionslos oder Atheist?

Beitragvon BickleT » Do 24. Jul 2008, 09:01

Typisch für Religionen: Wenn die Wissenschaft etwas (noch) nicht erklären kann, so wird diese Lücke schnell mit etwas transzendentem geschlossen, am besten mit dem Christengott - Basta. Weitere Nachforschungen werden damit überflüssig oder sogar als Angriff auf den Glauben gewertet. :irre:
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Re: Religionslos oder Atheist?

Beitragvon pariparo » Do 24. Jul 2008, 09:19

Ihr seid zu hart! Wenn Menschen mit einem Tauchboot durch die Tiefsee schippern, in einem Opiumfeld tief durchatmen, lange in den Nachthimmel starren, den Mikrokosmos auf einer Sommerwiese beobachten usw. usw. dann kann man schon mal auf putzige Gedanken kommen :joint:

...sagt der orthodoxe Atheist :kg:
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Re: Religionslos oder Atheist?

Beitragvon stine » Do 24. Jul 2008, 09:59

stine hat geschrieben:Muß man also zwangsläufig Atheist werden, wenn man an den Inhalten der Religionen zweifelt?
Und ist "Gott" oder das "Göttliche" nicht völlig frei von menschlichen Sinngebungsmodellen?


Vielleicht habt ihr meine Fragen nicht verstanden?

Ich denke, dass sich beides nicht bedingt. Am ehesten bedingt noch der Atheist die Nichtreligiösität, aber selbst das ist im Hinblick auf das, was Religion alles sein kann, nicht unbedingt der Fall.

LG stine
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Re: Religionslos oder Atheist?

Beitragvon pariparo » Do 24. Jul 2008, 10:29

stine hat geschrieben:
stine hat geschrieben:Muß man also zwangsläufig Atheist werden, wenn man an den Inhalten der Religionen zweifelt?
Und ist "Gott" oder das "Göttliche" nicht völlig frei von menschlichen Sinngebungsmodellen?


Vielleicht habt ihr meine Fragen nicht verstanden?

Ich denke, dass sich beides nicht bedingt. Am ehesten bedingt noch der Atheist die Nichtreligiösität, aber selbst das ist im Hinblick auf das, was Religion alles sein kann, nicht unbedingt der Fall.

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Wer hats erfunden? Nein, nicht die Schweizer... Gott, Götter, Göttliches... alles von Menschen erdacht!

Als Religion bezeichnet man eine Vielzahl unterschiedlicher kultureller Phänomene, die menschliches Verhalten, Handeln und Denken prägen und Wertvorstellungen normativ beeinflussen. Es gibt keine wissenschaftlich allgemein anerkannte Definition des Begriffs Religion.
Religiöse Weltanschauungen und Sinngebungssysteme stehen in langen Traditionen und beziehen sich zumeist auf übernatürliche Vorstellungen. So gehen viele, aber nicht alle Religionen von der Existenz eines oder mehrerer persönlicher oder unpersönlicher über-weltlicher Wesen (z. B. einer Gottheit oder von Geistern) oder Prinzipien (z. B. Dao, Dhamma) aus und machen Aussagen über die Herkunft und Zukunft des Menschen, etwa über das Nirvana oder Jenseits. Sehr viele Religionen weisen gemeinsame Elemente auf, wie die Kommunikation mit transzendenten Wesen im Rahmen von Heilslehren, Symbolsystemen, Kulten und Ritualen.
(wiki)

Als Bright habe ich u. a. mit übernatürlichen Vorstellungen nichts am Hut.
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Re: Religionslos oder Atheist?

Beitragvon stine » Do 24. Jul 2008, 10:57

pariparo hat geschrieben:
Religiöse Weltanschauungen und Sinngebungssysteme stehen in langen Traditionen und beziehen sich zumeist auf übernatürliche Vorstellungen. So gehen viele, aber nicht alle Religionen von der Existenz eines oder mehrerer persönlicher oder unpersönlicher über-weltlicher Wesen (z. B. einer Gottheit oder von Geistern) oder Prinzipien (z. B. Dao, Dhamma) aus und machen Aussagen über die Herkunft und Zukunft des Menschen, etwa über das Nirvana oder Jenseits. Sehr viele Religionen weisen gemeinsame Elemente auf, wie die Kommunikation mit transzendenten Wesen im Rahmen von Heilslehren, Symbolsystemen, Kulten und Ritualen.
(wiki)


Wissenschaftsideologie kann auch eine Religion sein, denn:
Als Religion bezeichnet man eine Vielzahl unterschiedlicher kultureller Phänomene, die menschliches Verhalten, Handeln und Denken prägen und Wertvorstellungen normativ beeinflussen. Es gibt keine wissenschaftlich allgemein anerkannte Definition des Begriffs Religion.



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Re: Religionslos oder Atheist?

Beitragvon HF******* » Do 24. Jul 2008, 11:07

Im Gegensatz zur Weltanschauung muss Religion wohl immer übernatürliche Elemente enthalten. Letztendlich muss aber jeder selbst sagen, wie man seine Vorstellung nennt, auch das gehört zur Religions- und Weltanschauungsfreiheit.

Einstein hat im pantheistischen Sinne die Naturgesetze als Gott bezeichnet, allerdings nicht im personifizierten Sinne.
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Re: Religionslos oder Atheist?

Beitragvon Klaus » Do 24. Jul 2008, 11:08

stine macht sich die Welt passend. Ein Wissenschaftler, seriös, wird sich hüten sein Forschungsgebiet ideologisch beeinflussen zu lassen. Wissenschaftideologie wird von Nichtwissenschaftlern gemacht, nämlich solchen, die gern die Ergebnisse aus Wisschaft und Forschung benutzen um sich profilieren zu können. Solche Typen findet man in der Politik aber auch in der Wirtschaft. Wissenschaft ist ein Werkzeug, nicht mehr aber auch nicht weniger.
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Re: Religionslos oder Atheist?

Beitragvon pariparo » Do 24. Jul 2008, 11:22

:fussballgott: auch 'ne Religion


:muede:
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Re: Religionslos oder Atheist?

Beitragvon pariparo » Do 24. Jul 2008, 11:37

Bild von Karell Gott - entfernt, da auch dieses Bild, also die Site wo es gehostet wird, ein Cookie hinterlassen will. Bitte auch Urheberrechte beachten!
1von6,xM


Gott?
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Re: Religionslos oder Atheist?

Beitragvon pariparo » Do 24. Jul 2008, 12:23

Bild die Göttliche?
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Re: Religionslos oder Atheist?

Beitragvon Max Headroom » Do 24. Jul 2008, 16:18

stine hat geschrieben:Wissenschaftsideologie kann auch eine Religion sein, denn:
Als Religion bezeichnet man eine Vielzahl unterschiedlicher kultureller Phänomene, die menschliches Verhalten, Handeln und Denken prägen und Wertvorstellungen normativ beeinflussen. Es gibt keine wissenschaftlich allgemein anerkannte Definition des Begriffs Religion.

Gut, dann gehe bitte in die Uni - irgendeine Uni dieser Welt - und sage zum Professor bittesehr "Hochwürden, hätten Sie die Güte, meine Sicht auf die Welt durch ihre Wissenschaftsreligion zu begründen ?". Ich schätze, entweder wirst Du ignoriert, per Sicherheitsdienst aufgefordert, das Haus zu verlassen oder - ebenfalls keine Religion, sondern eine Vermutung - wirst Du gebeten, dich in der biologischen Fakultät als Versuchsobjekt zur Verfügung zu stellen.

An Wissenschaft wird nicht "geglaubt". Entweder wird es falsifiziert oder verifiziert, und zwar nicht mit den Mitteln der "gottgegebenen" Regeln, sondern mit naturwissenschaftlichen Mitteln die nachvollziehbar sind - unabhängig dem Glauben, der Herkunft und des Körpergeruches des "religiös motivierten" Wissenschaftlers.
Wie der Mensch mit der Wissenschaft umgeht, das unterliegt voll und ganz der individuellen Art dieser Person. Ob er sich einer transhumanistischen Ideologie hingezogen fühlt, die eines Tages seinen tuefgefrorenen Körper in ein Computerprogramm verwandelt, welches in aller Ewigkeit - solange Strom fließt ;) - existent ist, hat keinen Bezug zur wissenschaftlichen Arbeit über Cryogenetik, Computerchips oder Softwareentwicklung. Die Entwicklung der Atombombe war keine Gottesinspiration oder Teufelsbesessenheit. Was das Atom anstellt, wurde "entdeckt" und "belegt". Ob diese Erkenntniss dazu genutzt wird, der Welt Strom zu liefern oder ganze Städte auszulöschen, das unterliegt nicht einem Gott bzw. einer Gotteskraft. Die "Wissenschaftsideologie" hat also mit Religion in dem Sinne, wie ich es verstehe, nicht gerade sehr viel gemeinsam. Und von "kann auch Religion sein" ist nur sehr ...ähm... subjektiv die Rede :^^:

stine hat geschrieben:Einige Naturwissenschaftler aber geben ein Beispiel dafür, dass die Begegnung mit der Natur den Hinweis auf eine transzendente, d.h. Welt und Mensch übersteigende, Wirklichkeit eröffnet.

Könntest Du bitte einige dieser "wissenschaftlich haltbaren" Beispiele auflisten ? Mir ist keine Arbeit von Einstein bekannt, in der er z.Bsp. die Energie als eine transzendente Wirklichkeit bezeichnet. Ich kann mir auch kaum vorstellen, dass die Unschärferelation für Heisenberg das Tor in eine transzendente Welt dargestellt hatte.

Nehmen wir mal George Lucas. Er "erschaffte" die Star Wars Welt. So, ist nun Star Wars eine Religion ? Ich meine, es ist viel in der Geschichte drinne. Gut und Böse halten sich die Waage. Der Mensch (Leser) identifiziert sich mit Personen und deren Überzeugungen. Hat Lucas somit eine Welt aufgezeigt, die der der hier lebenden menschlichen Art übersteigt ?
Ich behaupte... nein. Es ist eine gottverdammte Geschichte. Der Leser kann darin eine Religion "erkennen", wenn er will. Er kann sein Leben nach den "Gesetzen" der Jedi-Ritter richten. Aber bei Gott... es ist nur eine Geschichte mit vielen Special Effects.

So haben die mehr oder wenige Wissenschaftler zwar "ihre" Gottesvorstellungen gehabt, aber in ihren entdeckten "Resultaten" konnten sie nirgends ein Tor in eine übermenschliche Welt entdecken. Wenn große Massen die Raumkrümmung verursachen, hat dies weder für den toten Einstein noch für den lebenden Hawkins einen göttlichen Ursprung oder gilt gar als Beispiel bzw. Hinweis auf eine transzendente Welt. Der Erfinder des Kaffepulvers hat ebenfalls keinen Hinweis auf eine transzendente Welt gegeben, obwohl so viele Leute aus dem Kaffesatz die Zukunft rauslesen (wollen) :mg:

stine hat geschrieben:Muß man also zwangsläufig Atheist werden, wenn man an den Inhalten der Religionen zweifelt?

Man muss denken können. Ich nehme mal an, dies ist eine elementare Vorraussetzung für einen Zweifel an sich ;)
Dann muss man wohl reflektieren, welche "Aktionen" dieser zweifelhafte Religionsinhalt in der Welt bewirkt und dies mit den (belegten) Erkenntnissen der Wissenschaft auf die Waage bringen. Und nun unterliegt es der Vorstellungsgabe, ob die Waage sich eher zur Wissenschaft neigt oder doch zur "transzendentalen Welt". :mg:

stine hat geschrieben:Und ist "Gott" oder das "Göttliche" nicht völlig frei von menschlichen Sinngebungsmodellen?

Stimmt. Gott ist frei von Modellen des Sinnes. Er ist wortwörtlich Sinn-Los :mg:
Wenn Du Gott in einer Tomate wiedererkennst, dann hast Du entweder den ultimativen Gottesbeweis in der Hand bzw. auf dem Tisch, oder Dein Hirn spielt Dir einen lustigen Streich.
Tja, Entweder manifestiert sich Gott in einer non-sinnigen Art und Weise, die der transzendentalen Welt gerecht wird und in unserer nicht-transzendenten Welt unmessbar, unsichtbar und damit unwirklich un-existent ist --- oder er (der Gott, das Göttliche, die Göttinnen) sind nur Hirngespinnste, erdachte Konstrukte.
Ritsch-Ratsch... ich höre schon laut das wetzen von Ockhams Rasiermesser :pfeif:
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Re: Religionslos oder Atheist?

Beitragvon HF******* » Do 24. Jul 2008, 16:30

@pariparo: Herr Gott :lachtot: total gut!

@Max Haedroom: volle Zustimmung!

Albert Einstein Bild brauchte keine transzendente Welt, die reale war ihm sicher schon kompliziert genug.
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Re: Religionslos oder Atheist?

Beitragvon Max Headroom » Fr 25. Jul 2008, 04:14

HFRudolph hat geschrieben:@pariparo: Herr Gott :lachtot: total gut!

Willst Du wirklich vor Lachen umkippen ? Der Kerl heisst nicht "Herr Gott", er ist Gott... Karel Gott, um genauer zu sein. :wink:
http://de.wikipedia.org/wiki/Karel_Gott

Vor allem erfreut er uns in der Titelmusik zu "Biene Maya". Selbsternannter Prager König der Schlagermusik, Messias der Großmütter und Erlöser der Trashmetal-Szene. Hat eine wahre Wahnsinnsstimme. Sein Ton komme, sein Singen geschehe. So, oder so ähnlich. Allerdings nehme ich mal an, dass er aufgrund der Namensähnlichkeit eher zur gläubigen Fraktion zählt... zur streng-gläubigen möglicherweise. Naja, er muss es ja wissen :mg:
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Re: Religionslos oder Atheist?

Beitragvon Twilight » Fr 25. Jul 2008, 06:38

stine hat geschrieben:ist "Gott" oder das "Göttliche" nicht völlig frei von menschlichen Sinngebungsmodellen?

Nein. Menschen erschaffen sich ihre Vorstellung von einem oder mehreren Schöpferwesenheiten und nicht andersrum. Aber ich nehme an, dass du auf pantheistische Philosophie anspielst, wo Gott, beziehungsweise das Göttliche nichts übernatürliches ist, sondern das Natürliche selbst.
Das währe etwa vergleichbar mit dem Begriff Bright, der auch nicht unterstellen soll, dass Brights heller (im Sinne von klüger) sind, als Theisten. So gesehen ist beides ein im Prinzip leerer Begriff, der das eigentlich gemeinte Wort umschreiben soll, um in einer Umgebung, in der die entsprechenden Synonyme eher argwöhnisch betrachtet, wenn nicht gar angefeindet werden, zu Wort zu kommen.
Einsteins Gott hat nichts mit einem abrahamitischen Erschaffer zu tun. Er meint einfach die selbstorganisierende Komplexität der Natur.
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Re: Religionslos oder Atheist?

Beitragvon stine » Fr 25. Jul 2008, 07:14

Danke Twilight, ja so ähnlich sehe ich das auch.
Gott oder das Göttliche bedingt zwar die heutigen Sinngebungsmodelle, aber religiöses Denken bedingt keinen Gott im Sinne der heute praktizierten Weltreligionen.
Ich denke, dass man sich von heutigen Sinngebungsmodellen gänzlich verabschieden und trotzdem das tiefere, religiöse Denken pflegen kann.
Hierzu ein Zitat Einsteins:
„Jedem tiefen Naturforscher muß eine Art religiösen Gefühls naheliegen, weil er sich nicht vorzustellen vermag, daß die ungemein feinen Zusammenhänge, die er erschaut, von ihm zum erstenmal gedacht werden.“

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Re: Religionslos oder Atheist?

Beitragvon Twilight » Fr 25. Jul 2008, 19:36

Ich sehe hier den Bedarf einer normierten Definition.
Aber bis es soweit ist: Stine, was bedeutet "religöses Gefühl" für dich? Oder für den Naturforscher?
Ist es eine Art "inneres Wissen" über Gott , das so großartig, so überwältigend ist, dass man für diese Emotion ein neues Wort einführen musste oder ist es doch nur die Extase einer erhöhten Endorphinausschüttung, mit der das Gehirn dich oder den Forscher belohnt?
Wenn ich mir im Fernsehen eine Gruppe Gospelsänger ansehe, oder in der TFH einen Studenten, der sich nach dem Lösen einer schwierigen Matheaufgabe freudestrahlend zurücklehnt, denke ich, dass beides das Selbe ist: nähmlich ein ganz natürlicher Effekt.
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Re: Religionslos oder Atheist?

Beitragvon stine » Fr 25. Jul 2008, 22:41

Twilight hat geschrieben:Ich sehe hier den Bedarf einer normierten Definition.
Aber bis es soweit ist: Stine, was bedeutet "religöses Gefühl" für dich? Oder für den Naturforscher?
Ist es eine Art "inneres Wissen" über Gott , das so großartig, so überwältigend ist, dass man für diese Emotion ein neues Wort einführen musste oder ist es doch nur die Extase einer erhöhten Endorphinausschüttung, mit der das Gehirn dich oder den Forscher belohnt?
Wenn man das wüßte...
Die Definition von "religiösem Gefühl" ist zwar nicht festgeschrieben, aber wahrscheinlich triffts die Aussage mit dem "inneren Wissen" am besten. (Ob das aber eine Fehlzündung im Gehirn ist, weiß ich natürlich auch nicht :/ .)

Ich lese hier und in anderen freigeistigen Foren immer wieder Kritik über die heute bestehenden Weltreligionen und Sekten. Diese Kritik ist zum Teil berechtigt und zum Teil ist sie nichts weiter als pubertäres Geschwätz. Ein Abnabeln von verstaubten Traditionen. Eine Verabschiedung vom traditionellen (kirchlichen) Gottesbild.
Das ist sicherlich das Eine.
Das Andere ist, dass ich nicht ein tieferes Glauben leugnen muß, um mit verstaubten Traditionen zu brechen. Möchte jemand also nur "religionslos" im traditionellen Sinn sein oder ist er wirklich Atheist? Und zwar aus tiefster Überzeugung?

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