Christlicher(?) Anschlag in Norwegen

Christlicher(?) Anschlag in Norwegen

Beitragvon mat-in » Sa 23. Jul 2011, 08:14

Ich hätt es fast als Weiterführung von "Islamkritik" oder "was ist fundamentalismus" gepostet, aber es verdient ein eigenes Thema... 87 Menschen mit Sprengsotff und der Pistole getötet. Nicht von einem Nazi, nicht von einem islamistischen Terroristen wie vermutet wurde, sondern von einem mutli-kulti feindlichen islam- und zuwandererkritischen Christen... :irre:
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Re: Christlicher(?) Anschlag in Norwegen

Beitragvon 1von6,5Milliarden » Sa 23. Jul 2011, 09:37

mat-in hat geschrieben:Nicht von einem Nazi, ..
Naja, es ist wohl zu früh für eine endgültige Aussage, aber es scheint ja schon (nach bisherigen Medienberichten) ein nationalistischer, rassistischer Täter gewesen zu sein. So weit wäre der Abstand zu "Nazi" dann nicht. Auch wenn selbst nicht jeder rechtsradikaler, antisemitischer Deutschnationalist tatsächlich ein Nazi im engeren Sinn sein muss.
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Re: Christlicher(?) Anschlag in Norwegen

Beitragvon Zappa » Sa 23. Jul 2011, 14:28

Ich denke so einfach ist das sicher nicht. Laut diesem Artikel hier: http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpoli ... 87,00.html hat der Täter sich u.a. als Pragmatist verstanden sowie J.S. Mill gelesen und zitiert. Ich denke die Psychopathologie dieses Herren ist da nicht einfach auf eine Facette zu reduzieren.

Außerdem sollte man nicht einen ähnlichen fauxpas begehen, wie die "Terrorismusexperten" unserer Medien, die sofort nach dem Anschlag "Islamisten!" riefen. So was gehört ordentlich aufgearbeitet und die Ereignisse sind zu tragisch für vorschnelle Spekulationen.
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Re: Christlicher(?) Anschlag in Norwegen

Beitragvon Lumen » Sa 23. Jul 2011, 14:45

So einfach ist es nicht, glaube ich. Zwar werden in der deutschen Presse mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit andere Faktoren als der Glaube in den Mittelpunkt gerückt werden, jedoch ist es nicht von der Hand zu weisen, dass sich weit Rechts ein christliches Zentrum bildet. Den Neo-Nazis wurde zum Glück der verrückte Pan-Germanische Okkultismus des Heinrich Himmlers weitgehend ausgetrieben, dafür bildet das christliche Kreuz seit geraumer Zeit eine neue Identität. Dort können sich Erzkonservative und Rechte versammeln und das auch von der Bundesregierung proklamierte "christliche Abendland" verteidigen, auf dessen Werten unsere Gesellschaft angeblich beruht. Jedenfalls ist das doch in etwa der Tenor, den wir von Bundespräsident Christian Wulff (CDU), Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Volker Kauder (CDU), Markus Söder (CSU) et al vernehmen konnten, wenn wir zum Beispiel an die Leitkultur-Debatten zurückdenken.
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Re: Christlicher(?) Anschlag in Norwegen

Beitragvon mat-in » Sa 23. Jul 2011, 22:35

Na ja, counterstrike hat man wohl leider ni ht auf seinem Rechner gefunden um eine Universalentschuldigung zu haben... aber WoW Spielt er und 1984 und Kafka hat er gelesen. Klar das man da verrückt wird. Außerdem scheint er "nazis, islamisten, ..." als Gegner seines Norwegens bezeichnet zu haben. Klingt nach nem interessanten Fall. Und das die Medien was von "Waffennarr" Schreiben wenn in einem Land in dem jede Familie für die Jagdt ein Gewehr zu hause hat jemand ein Gewehr und eine Pistole hat... Es gründet ja auch keiner ein jahr vor dem "Amoklauf" eine Firma um viel Dünger für Bomben zu bestellen.

Warten wir mal ab, aber der klingt wirklich nach einem Gebildeten Menschen, bei dem aber was ganz, ganz schief gewickelt war...
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Re: Christlicher(?) Anschlag in Norwegen

Beitragvon 1von6,5Milliarden » Sa 23. Jul 2011, 23:19

mat-in hat geschrieben:Na ja, counterstrike hat man wohl leider ni ht auf seinem Rechner gefunden um eine Universalentschuldigung zu haben...
War wohl eine große Sorge für dich? Klingt irgendwie so.
Und niemand sieht Counterstrike als Entschuldigung an, zumindest nicht ernstzunehmende Personen. Und keine diesbezüglich ernstzunehmende Person behauptet, andere würden dies so sehen.
mat-in hat geschrieben:Und das die Medien was von "Waffennarr" Schreiben wenn in einem Land in dem jede Familie für die Jagdt ein Gewehr zu hause hat jemand ein Gewehr und eine Pistole hat...
Auch in einem Land lauter Waffennarren bliebe ein Waffennarr ein solcher. Und nicht jeder der eine Waffe hat in einem Land, in dem es normal ist eine Waffe zu besitzen, ist ein Waffennarr. Ob er dies ist, können wir wohl nicht so ganz beurteilen.
mat-in hat geschrieben:Es gründet ja auch keiner ein jahr vor dem "Amoklauf" eine Firma um viel Dünger für Bomben zu bestellen.
Es war wohl kein Amoklauf im eigentlichen Sinn, aber auch bei den "Amokläufen" an deutschen Schulen ging ein Planungs- und Vorbereitungsphase voraus.
Bevor man zu sehr spekuliert und krude Ansichten verbreitet, sollte man u.U. doch etwas abwarten.
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Re: Christlicher(?) Anschlag in Norwegen

Beitragvon stine » So 24. Jul 2011, 12:20

Die fortschreitende Islamisierung aufhalten zu wollen bedeutet erstmal nicht, das Christentum vorantreiben zu wollen. Da ist noch ziemlich viel Luft dazwischen. Der Anschlag war ja wohl reichlich vorher schon geplant und der Zorn und Hass der sich bei diesem jungen Mann aufgebaut hat, galt sicherlich in erster Linie der zunehmenden Offenheit des Staates Norwegen gegenüber sozilistischer und marxistischer Weltanschauungen. Ein Stockkonservativer, würd ich sagen, der total durchgedreht ist und wohl keinerlei Achtung gegenüber anderer Leute Leben hatte.
Ich schätze ihn als sehr introvertierten und mit wenig sozialen Kontakten ausgestatteten Zeitgenossen ein und ich vermute, dass er außer zu seinem Computer wenig mitteilsam gewesen ist. Eine menschliche Zeitbombe eben.

Als Gesellschaft (innerhalb der Familien und von Nachbar zu Nachbar) müssen wir aufpassen, dass wir nicht in eine zunehmende Isolisation hinter dem Bildschirm verfallen, sonst werden wir solches Verhalten wohl noch öfter betrauern müssen.

LG stine
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Re: Christlicher(?) Anschlag in Norwegen

Beitragvon 1von6,5Milliarden » So 24. Jul 2011, 13:10

stine hat geschrieben:Die fortschreitende Islamisierung aufhalten zu wollen bedeutet erstmal nicht, das Christentum vorantreiben zu wollen.
Nein, dies bedeutet es für vernünftige, logisch-denkende Leute sicherlich nicht - auch wenn manche wohl so schräg denken dürften.

stine hat geschrieben:galt sicherlich in erster Linie der zunehmenden Offenheit des Staates Norwegen gegenüber sozilistischer und marxistischer Weltanschauungen.
Ach Kind Gottes, dies ist seine Weltsicht, dies ist aber nicht zwangsweise objektive Weltsicht. Selbstverständlich ist es auch möglicherweise die Weltsicht anderer.
Bevor du aber solche Mutmaßungen als Tatsache wiederholst, solltest du dich etwas weiter erkundigen und nicht nur in rechten Niedrig-Niveau-Blättern wie Welt oder Bayern Kurier blicken.
Ich habe eine kurze Presseschau in nicht-linke deutsche Blätter getan, da wird Stoltenberg eher als Blair-Verschnitt gesehen, betont, dass Stoltenberg Forderungen der rechtspopulistischen, eher fremdenfeindlichen Fremskrittspartiet (Fortschrittspartei) übernommen hat u.ä. Und die Zentrumspartei ist als "Bauernpartei" auch kein Hort marxistischer Weltanschauungen.
Ich würde dich doch bitte, keine Flame-Beiträge zu verfassen.
Auch wenn Norwegen die Heimat der Trolle ist, muss man nicht aus Solidarität sich als solcher geben. Ich weiß, du bist keiner (auch keine Trollin.) :mg:

stine hat geschrieben:Als Gesellschaft ... müssen wir aufpassen, dass wir nicht in eine zunehmende Isolisation hinter dem Bildschirm verfallen, sonst werden wir solches Verhalten wohl noch öfter betrauern müssen.
Ich fürchte wir werden. Dies hängt aber m. E. weniger von einer Isolation ab, sondern ob eine Subkultur (und so etwas lebt nicht von wirklicher Isolation) dies heroisiert.
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Re: Christlicher(?) Anschlag in Norwegen

Beitragvon Lumen » So 24. Jul 2011, 15:14

Moment, erst mal hat stine doch recht. Aus der Sicht des Täters ist Norwegen zu weltoffen, zu links. Religionen die dort nach Meinung des Täters nicht hingehören, machten sich dort ungestört breit. Daher auch ein Anschlag auf das Sommercamp der AUF, der Jugendorganisation der norwegischen Arbeiterpartei (also das norwegische Äquivalent der SPD).

Es wird darauf hinauslaufen, dass für die deutsche Presse nur ein Verrückter dahinter steht, der wie auch immer geartete Ideen hat. Vielleicht wird es meinen Lieblingen in Bayern gelingen, ein paar missliebige andere Themen damit zu verknüpfen, wie zum Beispiel Computerspiele, oder irgendeine Fernsehserie. Wäre es ein Moslem gewesen, wäre auch die Religion wieder stärker als Thema genannt worden, mit mehrfachen Ausgaben des SPIEGEL der sich die Religion genauer anschaut und Experten aus allen Facetten dazu befragt. Mit erz-christlich-konservativen Glauben dahinter und quasi komplementär, aber kontraproduktiv zu Reden unserer Politiker, werden Journalisten den religiösen Einfluss höchstwahrscheinlich herunterspielen.

Und pronto

Er schrieb in rechten Blogs und war Mitglied bei den Rechtspopulisten [...] Nationalisten und Christen, argumentierte da ein rechter Blogger, mordeten per definitionem keine Kinder, "schon gar nicht Kinder der eigenen Rasse". [...] Eine "konservative Katastrophe" ist das Massaker für die rechten Blogger aber, weil die Verwechslungsgefahr so groß ist: Wo immer sich Breivik in der Szene schriftlich äußerte in den letzten Jahren, fiel er nicht als Fremdkörper auf. "Was er schreibt", ist auch bei Politically Incorrect zu lesen, "sind großenteils Dinge, die auch in diesem Forum stehen könnten. (...) Ob Breivik an einer psychischen Krankheit leidet, die seither schlimmer geworden ist, entzieht sich unserer Kenntnis." [...]

Eine andere Form rechter Radikalität

Es ist eine seltsame Szene, die ihren Ausdruck in solchen Blogs findet und in der sich Breivik bewegte: tatsächlich pro-westlich und ausgesprochen pro-amerikanisch, Israel freundlich zugetan, dagegen aber deutlich anti-muslimisch, aggressiv christlich und "wehrhaft", "mono-kultistisch" und offen feindlich gegen alles, das liberal, links, "Multi-Kulti" und "internationalistisch" ist.


Und bei den SPIEGEL Kommentaren geht's direkt weiter wie gehabt:

Ein furchtbares Verbrechen das mit Christentum nichts zu tun hat. Für Christen gilt: "Du sollst Gott lieben und deinen Nächsten wie dich selbst" und "Du sollst nicht töten".


Herrlich.
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Re: Christlicher(?) Anschlag in Norwegen

Beitragvon 1von6,5Milliarden » So 24. Jul 2011, 17:06

Lumen hat geschrieben:Moment, erst mal hat stine doch recht. Aus der Sicht des Täters ist Norwegen zu weltoffen, zu links.
Das lese ich aber bei stine nicht. Sollte dies alles nur als Gedankenzitat gedacht gewesen sein, dann "natürlich", aber dann sollte man es auch etwas deutlicher schreiben, wir sind ja nicht bei Guttenbergs.
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Re: Christlicher(?) Anschlag in Norwegen

Beitragvon stine » So 24. Jul 2011, 17:16

1von6,5Milliarden hat geschrieben:
Lumen hat geschrieben:Moment, erst mal hat stine doch recht. Aus der Sicht des Täters ist Norwegen zu weltoffen, zu links.
Das lese ich aber bei stine nicht.

Obwohl stine schrieb:
stine hat geschrieben:Der Anschlag war ja wohl reichlich vorher schon geplant und der Zorn und Hass der sich bei diesem jungen Mann aufgebaut hat, galt sicherlich in erster Linie der zunehmenden Offenheit des Staates Norwegen gegenüber sozialistischer...

@1von6,5Mrd hast mal wieder zu schnell drübergelesen, gell?

:wink: stine
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Re: Christlicher(?) Anschlag in Norwegen

Beitragvon Nanna » So 24. Jul 2011, 18:32

Mir gefällt der Kommentar der Tagesschau ganz gut, auch weil er auf die Gefahren hinweist, die von der Wir-hier-da-die-anderen-Rhetorik ausgeht, die in europäischen bürgerlichen Kreisen in den letzten Jahren salonfähig wurde. Es ist ja letztlich egal, welche Ideologie hinter solchen Taten steckt, gemein ist allen, von 9/11 bis Norwegen 2011, dass hinter der Obsession, die zur Gewalt führt, eine extreme Unfähigkeit steckt, andere Weltsichten und Lebensweisen zu verstehen und ihre nahe Existenz zu akzeptieren. Je mehr sich eine solche Rhetorik aber auch in gemäßigten Kreisen ausbreitet, desto stärker wird das Bedrohungsgefühl für alle Gruppen und es ist wohl fast schon eine statistische Notwendigkeit, dass sich in einem solchen Klima jemand dazu entschließt, eine Bluttat zu begehen. Was mich zu dem Schluss bringt, dass es die Vernunft gebietet, das Recht auf freie Meinungsäußerung von sich selbst aus nicht bis an die Grenzen dessen auszunutzen, was erlaubt ist (bei Islamkritik, Hartz-IV-Debatten, etc. aus Prinzip nachtreten, bis sich nichts mehr rührt, weil es ja nicht verboten ist), sondern gewisse Tabus zu achten und nur aus echter Notwendigkeit heraus zu brechen.

http://blog.tagesschau.de/2011/07/24/ma ... marketing/
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Re: Christlicher(?) Anschlag in Norwegen

Beitragvon stine » So 24. Jul 2011, 19:02

Nanna hat geschrieben:Was mich zu dem Schluss bringt, dass es die Vernunft gebietet, das Recht auf freie Meinungsäußerung von sich selbst aus nicht bis an die Grenzen dessen auszunutzen, was erlaubt ist ...
Da stimme ich dir und der ARD nur zum Teil zu: Man darf nicht (auf)hetzen, aber man muss alles sagen dürfen, weil Mundverbot und nicht öffentliche Diskussionen immer dazu führen, dass was unter der Decke zu brodeln anfängt - und das gilt in der Regel für alle beliebigen Richtungen.
Der Maulkorb gehörte, wenn schon denn schon, oft den Medien aufgesetzt, die meiner Meinung nach oft genug zuviel Staub aufwirbeln, um ihre Auflagen am Leben zu erhalten. Für manche Leser ist einseitige Berichterstattung schon Grund genug an der Gesellschaft zu zweifeln.

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Re: Christlicher(?) Anschlag in Norwegen

Beitragvon 1von6,5Milliarden » So 24. Jul 2011, 22:03

stine hat geschrieben:@1von6,5Mrd hast mal wieder zu schnell drübergelesen, gell?
Nein, in dem Satz sehe ich immer noch keinen Hinweis, dass dies nicht deine Meinung oder keine objektive Einschätzung wäre, sondern nur seine Weltsicht - falls du dies tatsächlich sagen wolltest. Was du nicht getan hast. Wenn nicht, siehe oben.
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Re: Christlicher(?) Anschlag in Norwegen

Beitragvon Myron » Mo 25. Jul 2011, 03:12

Schaut euch das Video des Typen an, dann wisst ihr, wes Geistes Kind er ist:

http://www.liveleak.com/view?i=89a_1311444384
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Re: Christlicher(?) Anschlag in Norwegen

Beitragvon stine » Mo 25. Jul 2011, 12:20

1von6,5Milliarden hat geschrieben:...in dem Satz sehe ich immer noch keinen Hinweis, dass dies nicht deine Meinung oder keine objektive Einschätzung wäre...
Selbstverständlich war das erstmal MEINE Meinung zu SEINER (des Täters) Weltsicht. Nach der Einschätzung des Täters, war die Regierung auf dem Weg ins sozialistische Multi-Kulti-Lager zu wechseln. Ob das objektiv gesichert ist, wollte ich nicht thematisieren und habe auch zuwenig Einblick in die norwegische kulturelle und politische Entwicklung im Sinne des Empfindens der Norweger selbst.

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Re: Christlicher(?) Anschlag in Norwegen

Beitragvon mat-in » Mo 25. Jul 2011, 16:32

Mal stern.de als Sekundärquelle:
Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bernhard Witthaut, forderte, eine Datei auffälliger Personen einzurichten. "Wir müssen alles tun, um mitzubekommen, wenn jemand mit solchen kruden Gedanken auffällt. Da wäre eine Datei hilfreich".


Gedankenpolizei oder was? Und das ohne Counterstrike? Hmmmm.
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Re: Christlicher(?) Anschlag in Norwegen

Beitragvon 1von6,5Milliarden » Mo 25. Jul 2011, 18:22

stine hat geschrieben: Nach der Einschätzung des Täters, war die Regierung auf dem Weg ins sozialistische Multi-Kulti-Lager zu wechseln.
Und hättest du Myrons Link verfolgt, dann wüsstest du, dass der Mann ganz West-Europa, dein christliches Abendland, als an der Schwellen zu einer marxistisch-gemischtblütig-islamistischen Diktatur gesehen hat. Die Mischung marxistisch-islamistisch ist zwar in der Praxis recht selten, aber was solls.
Tendenziell ist aber das Wehklagen über den drohenden Untergang des christlichen Abnedlandes wegen "Überfremdung", multikultureller Gesellschaft und "falschen Glaubens" ja nicht so ganz unbekannt. ^^
Während sich kreuz.net primär freut, dass der Täter kein Katholik war, freuen sich anscheinend andere darüber, dass diesmal (bisher) Counter-Strike keine Rolle wie auch immer gespielt hat. Man sieht die Prioritäten im Leben.
Christliches, Moslem- und Marxisten-freies Abendland, Katholiken, Counterstrike - ist alles wichtig. Die Opfer? Hmm, sind ja fast virtuell, man muss schon wichtigere Schwerpunkte setzen.
Wer meint Ironie gefunden zu haben, der irrt. Ich bin ein alter Zyniker.
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Re: Christlicher(?) Anschlag in Norwegen

Beitragvon stine » Mo 25. Jul 2011, 19:32

1von6,5Milliarden hat geschrieben:Die Opfer? Hmm, sind ja fast virtuell, man muss schon wichtigere Schwerpunkte setzen.
Ja, leider, und - in ein bis zwei Wochen vergessen.
So war es bisher bei jedem Amoklauf.
Dann werden wieder Denkmäler für KZ-Opfer renoviert.
Ich bin übrigens auch oft Zyniker, wusstest du das?

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Re: Christlicher(?) Anschlag in Norwegen

Beitragvon mat-in » Mo 25. Jul 2011, 22:04

1von6,5Milliarden hat geschrieben:[Während sich kreuz.net primär freut, dass der Täter kein Katholik war, freuen sich anscheinend andere darüber, dass diesmal (bisher) Counter-Strike keine Rolle wie auch immer gespielt hat. ...
Primär "freut"* mich, das es diesmal eine Tat ist und ein Täter ist, den man nicht mit einfachen Klischees abtun kann. Man kann es nicht auf den Sündenbock Killerspiele, Islamismus, etc. wälzen und gut ist, kein Handlungsbedarf. Man wird nachdenken müssen.

*Wenn man in dem Zusammenhang von Freude reden kann.
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